Klimawandel-Leugner widerlegt: Die Wissenschaft ist sich doch einig

Klimawandel-Leugner sagen, die Einigkeit der Wissenschaft des Klimawandels betreffend sei weitaus kleiner als behauptet. Stimmt das?

Klimawandel-Leugner gibt es noch immer. Kann man solche Menschen überhaupt Ernst nehmen? Und warum glauben sie nicht an die Gefahr der globalen Erwärmung? Heute untersuche ich eines ihrer Argumente gegen den Klimawandel. Im ersten Teil meiner Reihe beschäftige ich mich mit folgender Behauptung: Die Wissenschaft ist sich nicht so einig, wie uns glauben gemacht wird. In Wirklichkeit glauben nur wenige Forscher an die globale Erwärmung.

Menschengemachter Klimawandel: Alles nur eine Lüge?

Noch immer gibt es Menschen, die nicht an den menschengemachten Klimawandel glauben. Manche sagen sogar, das sei alles nur eine riesige Lüge und Manipulation der Bevölkerung, Ich frage mich, warum ist das so? Was sind die Argumente gegen den Klimawandel? Ich habe mich umgeschaut und einige davon genauer untersucht.

Dabei bin ich auf so viel unglaubliches gestoßen, dass ich mich entschieden habe, dem mehr Zeit zu widmen. Daher werde ich in den kommenden Wochen die größten Argumente der Klimawandel-Leugner untersuchen. Ist vielleicht tatsächlich etwas Wahres dran? Oder sind das alles unhaltbare Behauptungen?

Teil 1: Die Wissenschaft ist sich gar nicht so einig

In diesem Teil meiner Reihe: „ Klimawandel-Leugner widerlegt“, beschäftige ich mich mit dem Argument: Die Meinung der Wissenschaft ist nicht so eindeutig, wie behauptet wird. In Wirklichkeit glauben sehr viel weniger Forscher an den vom Menschen verursachten Klimawandel. Dennoch werde der Bevölkerung glauben gemacht, die Wissenschaft sei sich diesbezüglich weitgehend einig.

John Cook-Studie: 97 Prozent Konsens

Googelt man den Konsens der Wissenschaft, stößt man immer wieder auf 97 Prozent. Das sei der Teil der Forscher, die an den Klimawandel und die Ursache Mensch glauben – so heißt es im Netz. Das wäre ein beeindruckend großer Konsens und würde bedeuten, irgendwas muss dran sein. Doch stimmt diese Zahl überhaupt? Und wie kommt sie zustande?

Zurückzuführen ist diese Aussage auf eine Studie von John Cook von der University of Queensland aus dem Jahre 2013. Dabei wurden Forscher, die eine Arbeit zum Thema globale Erwärmung veröffentlicht hatten, befragt, ob sie daran glauben, dass der Mensch die Ursache sei. 97 Prozent derjenigen, die eine Angabe dazu machten, stimmten damit überein.

97 Prozent nur eine Lüge?

Genau da setzen die Skeptiker an. Denn rund zwei Drittel der Befragten konnten oder wollten dazu keine Angabe machen. Insgesamt wurden etwa 12.000 Forscher befragt, davon bezogen allerdings nur 34 Prozent Stellung. Das sind ungefähr 3500 Menschen. Von denen glauben 97 Prozent, der Klimawandel sei real. Also etwa 3400 von ihnen.

Klimawandel-Gegner argumentieren deshalb, der Konsens in der Wissenschaft sei nicht so groß wie behauptet. Schließlich würden von den 12000 Menschen nur 3400 – rund ein Drittel – an den Klimawandel glauben. Doch so wird in der Statistik nicht gerechnet. Schließlich kann es viele Gründe haben, warum die Befragten keine Angaben machten. Diese Menschen dürfen dann allerdings nicht in die Statistik mit einbezogen werden. Klimawandel-Leugner jedoch tun genau das.

Neuere Studie bestätigt den Konsens

Bis heute führen sie die Cook-Studie an, wenn es darum geht zu belegen, dass weniger Klimatologen an den Klimawandel glauben als allgemein behauptet. Obwohl 2016 eine Metastudie mit dem Titel „Konsens über Konsens“ die Daten der Cook-Studie bestätigte. Demnach sind 90-100 Prozent der befragten Klimaforscher der Meinung, dass wir die jüngste globale Erwärmung verursachen.

Das Argument, die Wissenschaft sei sich gar nicht so einig, stimmt damit nicht. Tatsächlich ist der Konsens überwältigend groß. Kaum ein seriöser Wissenschaftler zweifelt am gerade stattfindenden Klimawandel. Klimawandel-Gegner haben jedoch noch weitere Argumente. Einem davon widme ich mich beim nächsten Mal: Immer wieder wird behauptet, die Hockeyschläger-Studie des US-Forschers Michael Mann sei ein Lüge. Was ist dran an dieser Behauptung?

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