Klimawandel in Grönland – Foto sorgt für Aufsehen

Abschmelzende Gletscherzunge. In der Arktis schmilzt das Eis aktuell schneller als sonst um diese Jahreszeit

Ein Foto, auf dem Hunde einen Schlitten scheinbar über Wasser ziehen, hat sich diese Woche wie ein Lauffeuer auf Twitter verbreitet.  Das hat zu neuen Diskussionen über die Gefahren des Klimawandels geführt. Aufgenommen hat es ein dänischer Meteorologe und sein Team bei einem Besuch in der Arktis. Dieser Schnappschuss gelang ihm nur, weil es an diesem Tag ungewöhnlich warm war. Geht der Treibhausgasausstoß unvermindert weiter, könnte Grönland eines Tages eisfrei sein, sagen Forscher. Und damit der Meeresspiegel dramatisch steigen.

Schlittenhunde, die über Wasser laufen

Der dänische Meteorologe Steffen Olsen konnte vor einigen Tagen bei einem Besuch in Grönland ein wirklich besonderes Foto machen. Mit siebzehn Grad war es für einen Tag in Juni deutlich zu warm im grönländischen Inglefield-Fjord. So warm, dass eine dünne Eisschicht auf dem Fjord taut und es in einen See aus Schmelzwasser verwandelt. Als Olsen dann die Schlittenhunde ihren Schlitten scheinbar über Wasser ziehen sieht, schießt er das Foto. Er stellt es auf Twitter – und löst damit eine weltweite Diskussion aus. Tausende Menschen teilen es in den sozialen Netzwerken, viele sehen es als ein Symbol für die Gefahren des Klimawandels.

Grönland irgendwann völlig eisfrei?

Er habe nicht geglaubt, dass sich das Foto derart verbreiten werde, sagt Olsen nach seiner Rückkehr. Aber er sei froh, dass endlich wieder über Grönland gesprochen werde. Wissenschaftler warnen bereits seit Jahren vor den Gefahren der Klimaerwärmung auf das Eis an den Polen. Eine neue Studie der technischen Universität in Dänemark und Forschern aus Alaska hat erneut ergeben, welch dramatische Eisschmelze Grönland in den nächsten einhundert Jahren bevorsteht, wenn wir den Ausstoß von Treibhausgasen nicht drastisch reduzieren. In 1000 Jahren könnte es dort dann gar kein Eis mehr geben, sagen sie.

Grönland verliert gerade 2 Milliarden Tonnen Eis am Tag

Die Eisschmelze in der Arktis hat schwere Auswirkungen auf die dort heimischen Tierarten, allen voran den Eisbären. Außerdem steigt dadurch weltweit der Meeresspiegel. Bereits in den nächsten einhundert Jahren könnte er um bis zu einen Meter steigen, sagen die Forscher. Sie warnen, dass die Erwärmung und damit die Eisschmelze in der Arktis schneller abläuft als angenommen. Allein letzte Woche tauten in der Arktis zwei Milliarden Tonnen Eis am Tag ab. Auch die Geschwindigkeit, in der die Permafrostböden abtauen, sei besorgniserregend. Mit einer derartigen Eisschmelze sei erst um das Jahr 2090 gerechnet worden.

Auch Permafrostböden tauen schneller als angenommen

Und auch in der kanadischen Arktis tauen die Permafrostböden viel zu schnell, warnen Forscher. Einer Studie der Amerikanischen Geophysikalischen Union zufolge sogar noch weit schneller als mit Klimamodellen errechnet. „An allen untersuchten Stellen traf oder übertraf die maximale Auftautiefe seit 2003 die in einem Szenario des UN-Weltklimarats IPCC für 2090 prognostizierten Werte“, schreiben die Wissenschaftler vom Permafrost-Labor des Geophysikalischen Instituts in Fairbanks, Alaska.

Dramatische Folgen für die Menschheit

Wenn das Eis an den Polen irgendwann ganz verschwunden sein wird, werden viele Regionen und küstennahe Städte völlig überflutet werden. Olsen hofft, dass sein Foto die Menschen daran erinnert, sich endlich besser um ihre Umwelt zu kümmern. Und, dass ihnen das lang im Gedächtnis bleibt. Doch trotz solcher beeindruckenden Fotos – die meisten Menschen vergessen so etwas leider viel zu schnell wieder.

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