Klimawandel: Haben wir eine Chance als Spezies?

Die Welt in unseren Händen - Earth Overshoot Day
Unsere Zukunft liegt in unseren Händen

Das ist mein erster Text im neuen Jahr. Wir schreiben 2020. Ein neues Jahrzehnt liegt vor uns. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass uns die wichtigste Zeit bevorsteht, die die Menschheit jemals erlebt hat. Die kommenden Jahre könnten entscheidend für das Fortbestehen der menschlichen Spezies sein. Zumindest werden unsere Entscheidungen die Weichen stellen für die Zukunft. Ob wir überhaupt eine Zukunft haben und wie die Menschen von Morgen leben werden. Ein Kommentar zum neuen Jahrzehnt.

Ich glaube nicht unbedingt daran, dass die Menschheit bei dem aktuellen, unbestreitbar destruktiven Kurs innerhalb der nächsten zehn Jahre ausgestorben sein wird. So schnell wird es wahrscheinlich nicht gehen. Doch ich glaube, dass wir in den kommenden Jahren festlegen werden, welche Zukunft uns als Spezies erwartet. Werden die Menschen in 50 Jahren die Erde erleben, wie wir sie kennen? Oder wird sie dann eine ganz andere sein? Eine lebensfeindlichere und weniger schöne als heute?  Ich finde, so wie es zurzeit aussieht, ist das leider nicht unwahrscheinlich.

Langsam wird es eng

Wir stehen an einem Scheideweg. Dieser Meinung bin nicht nur ich. Viele Wissenschaftler und Experten sagen das. Auch wenn es gegenteilige Stimmen gibt – jeder, der sich unvoreingenommen und mit gesundem Menschenverstand mit den gegenwärtigen großen Problemen der Menschheit auseinandersetzt, kann sehen, wie eng es so langsam wird. Wir haben die Erde ausgebeutet und die Umwelt drastisch verändert. Geprägt vom eigenen Egoismus und unserem Wunsch nach Bequemlichkeiten, Luxus und unendlichem Genuss, scheinen wir vergessen zu haben, dass wir nur diese eine Erde haben. Und dass wir nicht allein sind, sondern diesen Planeten mit einer Vielzahl an Mitbewohnern teilen.

Können wir noch umkehren?

Im Gegensatz zu uns haben es die anderen Erdenbewohner jedoch geschafft, im Einklang mit ihrer natürlichen Umgebung zu leben. Nur wir Menschen scheinen das entweder nie gelernt, oder über die Jahrtausende wieder vergessen zu haben. Ich frage mich oft, war unsere Entwicklung als Spezies vorherbestimmt? Hätte es also nie anders kommen können? Waren wir von vornherein zum Scheitern verurteilt? Stand damit das Ende von vornherein fest? Oder haben wir in unserer Entwicklung nur irgendwann die falsche Richtung eingeschlagen? Und falls ja, können wir dann nicht wieder die Richtung ändern?

Die Stärken der Menschheit

Unzweifelhaft können die Menschen eines besser als alle anderen Tierarten: Die Erde und andere Tiere für die eigenen Zwecke ausbeuten. In einem bekannten Science Fiktion Film sagt einer der Protagonisten etwas, das ich nie vergessen habe. Etwas, dass ich sehr zutreffend finde: „Ihr Menschen vermehrt euch solange, bis alle natürlichen Ressourcen ausgebeutet sind. Dann zieht ihr weiter zum nächsten Ort und wiederholt dort das Ganze“. Es gebe nur eine andere Lebensform, die so handelt, sagte er: „Das ist das Virus“. Kein besonders schöner Vergleich, aber sicherlich auch kein völlig unpassender.

Das Klimawandel-Fieber

Wenn wir das Virus sind, ist das, was momentan standfindet, das Fieber. Das Fieber, um den Virus loszuwerden. Ich spreche vom Klimawandel. Dessen Auswirkungen werden immer deutlicher. Australien zum Beispiel, erlebte dieses Jahr einen sehr heißen und trockenen Sommer. Dort brannten zeitweise ganze Landstriche. Experten sagen, der Klimawandel wird auch in den kommenden Jahren zu solchen Extremwetterereignissen führen. In Australien, aber auch in anderen Teilen der Erde. Australien sei jedoch unzweifelhaft in einer Gefahrenzone des Klimawandels.

Australiens Grund nichts zu tun

Die dortige Regierung um Premierminister Scott Morrison hält trotzdem weiterhin am gewinnbringenden Geschäft mit der Kohle fest. Schließlich will man der Wirtschaft auf keinen Fall schaden, sagen sie. Außerdem sei Australien nur für 1,3 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Daher würde sich nichts ändern, selbst wenn dort Klimaschutzmaßnahmen ergriffen würden.

Mit diesem Argument könnte man sich gegen so gut wie jede Veränderung sperren. Hier zwei Beispiele: Wenn nur ich Müll trenne, aber sonst keiner, hat das keine Auswirkungen auf die Umwelt. Ergo ist es überflüssig, Müll zu trennen. Oder: Wenn nur ich aufhöre, Fleisch zu essen, werden trotzdem Tiere geschlachtet. Also esse ich weiter Fleisch. Und so weiter.

Dabei bleiben allerdings zwei wichtige Punkte aussenvor. Erstens kann man niemand zwingen, sich zu ändern. Man kann nur sich selbst ändern. Jede Veränderung beginnt also zunächst bei einem selbst. Und zweitens: indem man sich selbst ändert, kann man ein Vorbild sein und hoffen, dass das auch andere Menschen dazu animiert, sich zu ändern. Zu sagen, ich ändere nichts, weil sich damit nichts ändert, ist also nicht nur falsch, sondern auch ziemlich unintelligent.

Der wirkliche Grund nichts zu tun

Morrison ist aber sicherlich kein dummer Mensch. Er weiß auch, dass diese Argumentation hinkt. Also sind alles nur vorgeschobene Ausreden? Ich glaube schon. Letztendlich geht es immer um Geld. Auf den Klimawandel angesprochen, sagte beispielsweise Donald Trump vergangenen Monat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: Eine wachsende Wirtschaft werde genug Kreativität wecken, um „absolut jede Herausforderung“ zu meistern.

Wirtschaftswachstum wird es schon richten?

Geht es nach Trump, soll der Klimawandel in den USA also durch Wirtschaftswachstum gelöst werden. Das Problem ist aber, dass die Wirtschaft dort größtenteils auf fossilen Brennstoffen basiert. Wie das Wachstum einer solchen Wirtschaft schließlich dazu führt, dass weniger Treibhausgase emittiert werden, bleibt Trumps Geheimnis. Na ja, eigentlich kein Geheimnis. Trump ist es schlichtweg wichtiger, heute die Wirtschaft zu stärken, Geld zu verdienen und Wählerstimmen zu bekommen, als sich um eine Zukunft zu kümmern, die er selbst nicht mehr erleben wird.

Und er ist kein Einzelfall, was das angeht. Wohin ich blicke sehe ich ähnliches Verhalten. Nur die vorgeschobenen Ausreden und Entschuldigungen sind verschieden. Wobei ich mich wieder frage, ob es eben so kommen musste? Sind wir Menschen mit unserem Verhalten irgendwann in der Entwicklung als Spezies nicht mehr überlebensfähig? So wie das Virus irgendwann stirbt, wenn es den Wirt ausgebeutet und umgebracht hat?

Wir müssen es alle gemeinsam richten

Ich selbst versuche, das zu tun, was in meiner Macht steht. Ich fahre kein Auto, ich versuche Strom und Wasser zu sparen, ernähre mich vegan und vermeide Plastik und anderen Müll. Ich weiß, dass ich allein keinen großen Unterschied machen kann. Doch ich kann nur mich selbst ändern und hoffen, das andere folgen. Hier müssen wir aber alle ran. Vor allem diejenigen, die Macht haben und große Veränderungen herbeiführen könnten. Die Frage für mich ist, werden die Menschen in den kommenden Jahren aufwachen und wieder die Richtung wechseln? Haben wir doch eine Chance auf eine gute Zukunft? Oder bewegen wir uns dem Ende entgegen? Mal sehen, wie es aussieht, wenn wir das Jahr 2030 schreiben.

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