Klimaschutzmaßnahmen drohen zu scheitern – Weltklimakonferenz

Auf der Weltklimakonferenz im polnischen Katowitz entscheidet sich wie es mit dem Klimaschutz weitergeht.

Laut des neusten Berichts des Weltklimarats (IPCC) muss die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius beschränkt werden, um die Folgen akzeptabel zu halten. Das im Weltklimavertrag vereinbarte Zwei-Grad-Ziel wird nicht reichen, lautet das Fazit. Es müssen strengere Klimaschutzmaßnahmen getroffen werden. Auf der aktuell in Kattowitz (Polen) stattfindenden Weltklimakonferenz macht es jedoch den Anschein, als würde kein Land das tatsächlich ernst nehmen – auch Deutschland nicht. 

Das Zwei-Grad-Ziel wird nicht reichen

Es ist fünf vor zwölf in Bezug auf den Klimawandel. Nicht mehr lange und die Erde wird sich stärker erwärmen als nur um 1,5 Grad. Wird weiter nichts unternommen, könnte diese Grenze bereits 2030 erreicht werden, allerspätestens im Jahr 2052. Zu diesem Ergebnis kommt aktuell der Sonderbericht zum Klimawandel des International Panel of Climate Change (IPCC).

Die gute Nachricht: laut des IPCC haben wir noch bis zum Jahr 2030 Zeit für weitere Klimaschutzmaßnahmen. Die CO2-Emissionen müssten demnach weltweit um 45 Prozent reduziert werden, verglichen mit dem Jahr 2010. Bis 2050 müssten sie dann unter dem Strich auf Null sinken. Schaffen wir dies, wird das 1,5-Grad-Ziel erreicht, sagt der Weltklimarat. Und damit die Menschheit vor den schlimmsten Folgen der Erderwärmung bewahrt. Doch das erfordert weltweite Anstrengungen und ehrgeizige Maßnahmen.

Weitere Klimaschutzmaßnahmen sollen nun bei der Weltklimakonferenz in Polen vereinbart werden. Bisheriges Ziel im Weltklimavertrag ist es, die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Doch das wird nicht reichen, glaubt man dem Weltklimarat. Daher hoffen Klimaschützer auf eine Verschärfung der Klimaschutzziele. Doch davon ist man in Kattowitz offenbar noch weit entfernt.

Schlechter Start auf der Weltklimakonferenz

Die erste Woche der Konferenz verlief laut Presse „holprig“. Es habe fast den Anschein, als sei der Bericht des IPCC nie veröffentlicht worden, sagte ein Sprecher der Umweltschutzorganisation Greenpeace. „Es ist beunruhigend, dass hier kein Klimavorreiter in Sicht ist, auch die EU und Deutschland nicht“, sagt Verbandsmitglied Stefan Krug. Von der Dringlichkeit, zu der der Bericht ermahnte, sei dort nichts zu spüren.

Man konnte sich noch nicht einmal darauf einigen, ob der Sonderbericht von der Konferenz „offiziell begrüßt oder lediglich zur Kenntnis genommen werden sollte“. Debatten um Wortklaubereien, währenddessen die wichtigen Fragen bisher unbeantwortet bleiben. Auch Deutschlands Position sei bislang „blamabel“, so Krug. Die deutschen Vertreter seien nicht sprechfähig, sagte er. Deutschland wurde auf der Konferenz der Negativpreis „Fossil des Jahres“ verliehen. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth schrieb dazu, man verstünde warum.

USA bemühen sich bisher am meisten

Beobachter sagten, bisher kämen die meisten Bemühungen zu schärferen Klimaschutzmaßnahmen aus den USA. Das zeigt, wie wenig ehrgeizig die Konferenz zu verlaufen scheint. Heute werden die bisherigen Resultate der Klimaschutzziele betrachtet. Und über eine Verschärfung derselben diskutiert. Am Freitag ist das Ende der Konferenz geplant. Dann wird sich zeigen, ob die Konferenz nach dem schlechten Start doch noch Ergebnisse erzielt. Oder ob es bei Debatten um Wortklaubereien bleibt.

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