Klimagipfel in San Francisco – Städte in der Verantwortung

Beim Klimagipfel liegt der Fokus verstärkt auf der Zukunft von Städten. Besonders der zunehmende Verkehr stellt Städte vor eine große Herausforderung.
Besonders der zunehmende Verkehr stellt Städte vor eine große Herausforderung.

Ende des Jahres findet in Katowice die Weltklimakonferenz statt. Vorab findet nun der „Global Climate Action Summit“, ein Klimagipfel auf Einladung des kalifornischen Gouverneurs statt. Statt vielen Politikern nehmen hier vor allem Unternehmen und verschiedene Vertreter der Zivilgesellschaft teil.  

Kalifornien erlebt die Auswirkungen des Klimawandels hautnah. Jedes Jahr kommt es dort zu Waldbränden. Doch normalerweise beginnt die Saison erst im August. Dieses Jahr waren zu diesem Zeitpunkt bereits Waldflächen abgebrannt, so groß wie ein Zehntel der Gesamtfläche Kaliforniens. So viel wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Dementsprechend war es auch der kalifornische Gouverneur Jerry Brown, der zum Klimagipfel eingeladen hat. Zwischen Mittwoch und heute präsentieren dort rund 4.500 Vertreter von Städten, Regionen, Unternehmen und anderen Zivilgesellschaften ihre Beiträge zum Klimaschutz.

Trotz Trump: Klimagipfel mit zahlreichen US-Amerikanischen Teilnehmern

Die Einladung und Teilnahme von US-Amerikanischen Vertretern ist ein positives Signal für den Kampf gegen den Klimawandel. Es zeigt, dass zentrale Bundesstaaten, Unternehmen und Zivilgesellschaften der USA nach wie vor zum Pariser Klimaabkommen stehen. Im letzten Jahr hatte US-Präsident Trump den Ausstieg aus dem Abkommen angekündigt. Bereits zu diesem Zeitpunkt positionierten sich Unternehmen, Städte und Bundesstaaten gegen Trumps Ankündigung und legten eigene CO2-Minderungsziele vor. Umweltsekretär Jochen Flasbarth sieht darin eine große Chance:

„Es macht Mut zu wissen, dass wir von San Francisco bis New York nach wie vor viele amerikanische Verbündete für eine ambitionierte Klimaagenda haben. Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Viele wichtige Entscheidungen werden lokal oder regional getroffen. Nur durch die aktive Mitwirkung der Städte und Regionen, der Unternehmen und der Zivilgesellschaft ist die Umsetzung des Pariser Abkommens zu schaffen. Für effektiven Klimaschutz ist es deshalb unverzichtbar, dass Akteure auf allen Ebenen eng zusammenarbeiten.“

Ideensammlung für Internationale Klimakonferenz

Eine besondere Rolle spielen beim Klimaschutz die Städte. Mehr als 70 Prozent aller Treibhausgase entstehen dort. Allein ein Drittel davon entstehen durch den stetig zunehmenden Verkehr. Und die Prognosen steigen. Bis 2050 werden statt vier bereits sechs Milliarden Menschen in Städten wohnen. Eben deshalb liegt der Schwerpunkt in San Francisco die Tage auf der Zukunft der Städte. Die Ergebnisse, die die Vertreter während dem Klimagipfel erzielen, werden nächstes Jahr bei der Internationalen Klimakonferenz in Baden-Württemberg wieder aufgegriffen, weitergeführt und konkretisiert. Lokale, regionale und nationale Politiker aus der ganzen Welt werden dort gemeinsam an der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen arbeiten.

Bisher unterstützt das Bundesministerium Städte und Regionen bei vielen Projekten im Rahmen von nationalen, sowie internationalen Klimaschutzinitiativen. Im internationalen Bereich geh es dabei verstärkt um Projekte zu Klimaschutz, Anpassung und Biodiversität in Schwellen- und Entwicklungsländern. Auf Grund der immer weiter wachsenden Städte legen auch 21 Projekte ihren Schwerpunkt in die Stadtentwicklung. Der WWF mahnt zum Klimagipfel allerdings, dass die EU und besonders Deutschland ihre eigenen Probleme nicht vergessen dürfen. Er kürzlich hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Erhöhung der EU-Klimaziele abgelehnt.

„Dabei darf es nicht bleiben. Deutschland verspielt sonst seine internationale Glaubwürdigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und riskiert damit nicht nur seine eigene Zukunftsfähigkeit“, so Schäfer. „Die Bundesregierung sollte anlässlich des Gipfels in Kalifornien zumindest die wenigen Klimaschutzmaßnahmen aus dem Koalitionsvertrag auf den Weg bringen: von der steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung hin zu den Sonderausschreibungen für acht Gigawatt erneuerbare Energien bis 2020.“

Quellen: BMU, WWF