Die Ungerechtigkeit des Klimawandels

Die Folgen des Klimawandels sind nicht überall gleich spürbar

Es ist weder überraschend noch neu: Die Auswirkungen des Klimawandels sind extrem ungerecht, da zunächst v.a. diejenigen am härtesten getroffen werden, die den Klimawandel am geringsten verursachen. Extreme Hitzewellen, Meeresspiegelerhöhung, Dürren werden die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen zerstören; von Menschen, die schon heute in bitterer Armut leben. Nun kann man eine Zusammenfassung dieser und vieler weiterer dramatischer Auswirkungen des Klimawandels in einem wissenschaftlichen Report des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) – der von der Weltbank veröffentlicht wurde – nachlesen, so dass auch die größten Leugner endlich aufwachen und bemerken könnten, dass es ernst ist, mit dem Klimawandel, sehr ernst. Aber auch, dass wir das Schlimmste verhindern können – aber nur, wenn wir endlich effektiv und sofort gemeinsam handeln.

Will man sich diese Ungerechtigkeit klar machen, dann versteht man sie besonders gut, wenn man den schon einige Jahre alten Kurz-Film Die Rechnung von GermanWatch ansieht. In diesem Film wird in wenigen Minuten sehr eindrucks- und humorvoll dargestellt, wie ungerecht der Preis für unsere Wohlstandsgesellschaft bezahlt wird. 

 

Besonders klar wird einem diese Ungerechtigkeit auch, wenn man sieht, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Inselstaaten haben wird. Einige Inselstaaten, z.B. die Malediven oder Kiribati planen schon seit einigen Jahren, ihre gesamte Bevölkerung umzusiedeln, um sie vor dem Ertrinken zu bewahren. Diese Menschen verlieren also nicht nur ihre Heimat, sondern ihren gesamten Heimatstaat. Sie müssen sich das so vorstellen, als würde nicht „nur“ Hamburg überflutet (München ist ja sowieso schöner), sondern ganz Deutschland. Und die Welt meint dazu: „Das ist ja schlimm; na ja, dann zieht halt in die Schweiz…“, und macht weiter wie bisher.

Einwohner von Inselstaaten laufen Gefahr, ihre gesamte Kultur, ihre gesamte Identität zu verlieren – ganz zu schweigen von den endemischen Tier- und Pflanzenarten die aussterben werden. Und all das deswegen, weil wir in den Industriestaaten zu bequem sind, unsere Lebensweise zu ändern; weil weiterhin viele warten, bis der Nachbar, der Politiker, die Industrie handelt, statt selbst Verantwortung für die eigenen Handlungen zu übernehmen und endlich einfach selbst anzufangen. Weil es weiterhin für viele Menschen einfacher ist, die Tatsachen des Klimawandels zu leugnen, als den Mut aufzubringen, den Tatsachen in die Augen zu sehen und entsprechend zu handeln.
 
Fazit: Heute. Selbst. Handeln.

Zu empfehlen sind folgende Schritte:
1.    Machen Sie einen Rundgang durch Ihre Schränke und schauen Sie sich an, was Sie besitzen – brauchen Sie wirklich noch mehr Zeug?
2.    Wenn Sie wirklich etwas brauchen, dann kaufen Sie es gebraucht oder teilen sie mit anderen (warum braucht z.B. jeder Haushalt einen Bohrer, Stehleiter oder ein Bügeleisen?). Organisieren oder besuchen Sie Repair Cafes, Tauschbörsen, Tauschparties oder besuchen Sie Tausch-Webseiten.
3.    Selbst aus Kohle (der größten CO2-Quelle) aussteigen, statt auf Politiker zu warten:  Stromanbieter wechseln! Achten Sie dabei darauf, möglichst lokale Anbieter zu wählen und nur solche Anbieter, die nicht nur Ökostrom einkaufen sondern auch selbst produzieren!
4.    Pumpen Sie Ihr Fahrrad auf oder kaufen Sie eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel. Auto einfach mal stehen lassen und am Ende, wenn möglich, verkaufen oder freigeben zum Carsharing.
5.    Den schönen dicken Pulli anziehen und die Heizung runterdrehen (19° C Raumtemperatur sind durchaus angenehm wenn man sich warm anzieht).
6.    Fleischkonsum reduzieren oder ganz weglassen und möglichst regional einkaufen.
7.    Mitdenken und sich trauen, wichtige Dinge freundlich und klar anzusprechen – bei Familie, Freunden, Kollegen, Medien, Politikern und Industrie.
8.    Nicht nur darüber reden und schreiben, sondern selbst entsprechend handeln.
9.    ….und noch vieles mehr.

Viel Freude und Erfolg dabei! Zusammen schaffen wir es, das Schlimmste zu verhindern. Aber nur, wenn endlich alle, die verstehen, um was es geht, bei sich selbst anfangen bzw. weitermachen. Am Ende sind die notwendigen Veränderungen zwar zunächst ein Verzicht aber am Ende sind sie eine unvorstellbare Bereicherung für alle.

Quelle: http://www.wissenleben.de

Add comment