Das ungenutzte Potenzial des Waldes

Greenpeace-Studie: die Waldbewirtschaftung kann große Auswirkungen auf den Klimawandel haben

Über die in ausgewiesenen Naturschutzgebiete befindlichen Wäldern hinaus werden gerade einmal fünf Prozent der Waldflächen Deutschlands zusätzlich geschützt. Dabei handelt es sich vorrangig um Bruch-, Sumpf- oder Auenwälder sowie andere Feuchtbiotope. Eine neue Studie der  Umweltschutz­organisation Greenpeace zeigt jedoch, dass wir unsere Wälder noch deutlich stärker schützen sollten. So könnten sie maßgeblich zum Klima- und Naturschutz beitragen.Über das ungenutzte Potenzial des Waldes.

Das Freiburger Öko-Institut hat im Auftrag von Greenpeace eine Studie zu den Auswirkungen dreier Szenarien zur Waldbewirtschaftung auf den Schutz von Klima und Natur durchgeführt. Dafür wurden anhand von Computersimulationen  verschiedene Szenarien durchgespielt. Es zeigte sich, dass die Waldbewirtschaftung entscheidende Auswirkungen auf das Klima haben kann.

„Deutschland ignoriert das beträchtliche Potenzial seiner Wälder für den Klimaschutz“, meint Sandra Hieke, Waldexpertin von Greenpeace: „Im Entwurf des neuen Koalitionsvertrages beabsichtigen CDU/CSU und SPD zudem, noch mehr Holz einschlagen zu lassen. Nicht nur in der Verkehrs- und Energiepolitik, auch in der Forstpolitik nimmt die Bundesregierung ihre Klimaziele nicht ernst.“

Das ungenutzte Potenzial des Waldes: Ergebnis der Szenarien

  1. Bei einer ökologischen Bewirtschaftung der Wälder könnten bis zu 48 Millionen Tonnen CO2 gebunden werden. Das entspricht etwa der Hälfte des jährlichen CO2-Ausstoßes aller PKW in Deutschland.
  2. Bei gleichbleibender Nutzung wird der Wald voraussichtlich etwa zwei Drittel weniger klimaschädliches CO2 binden. Es würden nur 17,2 Millionen Tonnen CO2 gebunden.
  3. Bei einer noch intensiveren Bewirtschaftung könnte er lediglich 1,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr binden und seine Klimaschutzfunktion zeitweilig sogar verlieren.

„Wird der Wald ökologischer und weniger intensiv bewirtschaftet, steigt sein Beitrag zum Klimaschutz, aber auch zum Naturschutz“, erklärt Dr. Hannes Böttcher, Experte für Waldökosysteme und Klimaschutz am Öko-Institut: „Wir zeigen mit der ‚Waldvision‘ die Synergien auf: Wälder können durch eine andere Bewirtschaftung zu beidem beitragen.“

Greenpeace führt an, dass im Kampf gegen den Klimawandel sind Wälder unverzichtbar. So sind sie nicht nur in der Lage schädliches Kohlendioxid speichern, sondern gleichzeitig auch Sauerstoff freisetzen und das Weltklima stabilisieren. Umso wichtiger ist es, die heutigen Waldbestände zu schützen.

Die Ergebnisse der Greenpeace Waldvision-Studie finden sie hier: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s02061_greenpeace_studie_waldvision.pdf

Quelle:
https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/neue-greenpeace-studie-waelder-bergen-ungenutztes-potenzial-fuer-den-klima
https://www.bundeswaldinventur.de/index.php?id=702