COP 25 beendet: Wieder nichts als Versprechungen

Alles was auf der COP25 beschlossen wurde, ist eine Absichtserklärung zur Umsetzung einer lang feststehenden Maßnahme.

Die Weltklimakonferenz in Madrid (COP 25) ist beendet. Nach dreizehn Tagen Verhandlungen, mit einer Verspätung von 36 Stunden, haben sich die Abgeordneten der fast 200 Staaten und vieler großer Wirtschaftskonzerne darauf geeinigt, die Absicht zu haben, nächstes Jahr etwas zu unternehmen. Kein Witz. Dieses Ergebnis wurde sogar in einer Abschlusserklärung festgehalten.

COP 25 ohne Ergebnis

Wieder einmal endet ein Klimagipfel enttäuschend. Alle wichtigen Entscheidungen wurden vertagt. Das einzige Ergebnis, das 200 Abgeordnete nach den mehr als zweiwöchigen Verhandlungen erzielt haben, ist eine Absichtserklärung. Die Unterzeichner bekunden darin die Absicht, nächstes Jahr ihre freiwilligen Klimaschutzmaßnahmen zu verschärfen. Was ohnehin schon seit 2015 so geplant gewesen ist.  Damals hatten sich die Mitgliedsstaaten im Pariser Vertrag darauf geeinigt, die freiwilligen Klimaschutzmaßnahmen alle fünf Jahre anzupassen, um sicherzustellen, dass das 1,5 Grad Ziel erreicht werden kann.

Das kann man nennen wie man will. Manche nennen es einen Kompromiss. Einige Politiker ein Abschlussdokument. Aber wie auch immer. Ich nenne es: Ergebnislos. Andere würden es wahrscheinlich eine zweiwöchige Zeit- und Geldverschwendung nennen. Eine solche Absichtserklärung könnte man vielleicht bei guten Vorsätze für das neue Jahr erwarten. Aber nicht bei einem derart ernsten Problem wie dem Klimawandel. Beziehungsweise bei der Klimakrise, die sich immer deutlicher abzeichnet.

Die Klimakrise

Wir stehen am Rande eines neuen Massenaussterbens. Schuld daran sind wir. Wir stehen vor der Vernichtung ganzer Ökosysteme, vor einem drastischen Anstieg des Meeresspiegels. Uns erwartet Extremwetter und immer heftigere Naturkatastrophen. Schuld daran sind wir. Wir zerstören die Lebensgrundlage von Millionen Menschen und stehen vor Kriegen um Wasser und andere Ressourcen. Und die Entscheider dieser Welt wenden sich ab. Oder verkünden seit Jahren zwar die Absicht, etwas zu ändern. Doch belassen es dann bei dieser Erklärung.

Wir werden euch das nie verzeihen

Greta Thunberg (16) hat vor kurzem gesagt: „Wie könnt Ihr es wagen zu glauben, dass man das Klimaproblem (Anm. d. Red) lösen kann, indem man so weiter macht wie bislang,  nur mit ein paar technischen Lösungsansätzen?“ Sie hatte im September beim UN-Klimagipfels in New York eine wütende Rede gehalten. Die dort anwesenden Politiker und Wirtschaftsbosse warnte sie: „Die kommenden Generationen beobachten euch. Wenn ihr euch dafür entscheidet, sie im Stich zu lassen, dann werden sie euch das nie verzeihen. Wenn Ihr die Situation wirklich verstehen würdet und uns immer noch im Stich lassen würdet, dann wärt Ihr grausam und das weigere ich mich zu glauben“.

Sorry Greta, aber diese Menschen verstehen die momentane Situation ganz genau. Doch deren größte Priorität hat Geld, Macht und Einfluss. Ob sie deswegen grausam sind, darüber kann man diskutieren. Ob ihnen kommende Generationen das verzeihen werden, steht für mich allerdings außer Frage. Wer könnte demjenigen verzeihen, der seinen einzigen Lebensraum für immer zerstört hat?

Merkel kritisiert Greta Thunberg

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Thunberg nach der Rede kritisiert. Sie sei zwar bewegt gewesen, doch ihr habe es an konkreten Vorschlägen gefehlt. Da frage ich mich: Wieso verlangt die wohl mächtigste Frau Deutschlands von einer 16-jährigen Schülerin etwas, dass sie selbst nicht schafft?

Solche Lösungen müssten doch eigentlich von der Politik kommen. Und zwar nicht nur solche, die Geld in die Staatskasse spülen. Sondern eventuell auch mal drastische Lösungen, die Geld und Wählerstimmen kosten könnten.  Zumindest könnte man aber doch erwarten, dass nach zwei Wochen voller Verhandlungen mehr erreicht wurde, als lediglich eine Absichtserklärung zur Umsetzung freiwilliger Maßnahmen.

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