Geoengineering: China plant Wettermanipulationen

Wie jetzt bekannt wurde, plant die chinesische Regierung offenbar, künftig das Wetter in großem Stil künstlich zu beeinflussen. Durch gezielte Eingriffe in die geothermischen Kreisläufe der Erde soll es im Reich der Mitte künftig genau dort regnen, wo Wasserknappheit herrscht und die entsprechenden Regionen außerdem vor klimabedingten Schäden, ausgelöst beispielsweise durch Hagel, geschützt werden.

So soll die Landwirtschaft gefördert und dadurch eine verbesserte Nahrungsmittelversorgung gewährleistet werden. Auch die knappen Wasservorräte sollen so gezielt aufgefüllt werden, auch um die Stromversorgung Chinas zu sichern. Insgesamt sollen rund 60 Milliarden Kubikmeter Regen künstlich produziert werden.

Bei dieser künstlichen Wetterbeeinflussung, in Fachkreisen auch „Geoengineering“ genannt, werden Wolken sozusagen „geimpft“. Sie werden von Flugzeugen mit Chemikalien besprüht, an denen dann der in Wolken enthaltene Wasserdampf kondensiert. Normalerweise übernehmen Kleinstpartikel, wie Pollen oder Staub diese Funktion. Durch das künstliche Einbringen von Silber- oder Bleiiodid wird dieser Vorgang extrem beschleunigt und die Wolken regnen ab – genau dort wo der Niederschlag benötigt wird.

Ursprünglich sollte Geoengineering vor allem dazu eingesetzt werden, die Klimaerwärmung einzudämmen und die CO2-Konzentration in der Atmosphäre zu verringern. Bislang wurde die Wetterbeeinflussung eher experimentell betrieben. Neben China forschen vor allem Russland und die USA an der Technologie.

Bislang gibt es keine gesicherten Daten über mögliche Gefahren, die entstehen könnten. 2009 erzeugte China beispielsweise einen künstlichen Sturm. Der geriet außer Kontrolle und Peking versank unter 16 Millionen Tonnen Schnee.

Dennoch will China bis 2020 sechs Anlagen zum Geoengineering einrichten, die über das ganze Land verteilt werden sollen. Für die Wetterexperimente wurde sogar eigens eine staatliche Einrichtung gegründet. Beschlossen wurde das Vorhaben von der Reformkommission und der chinesischen Wetterbehörde.

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