BUND legt Klima-Nothilfsplan vor

Für kurzfristige Sofortmaßnahmen legt der BUND einen Klima-Nothilfsplan vor.
Für kurzfristige Sofortmaßnahmen legt der BUND einen Klima-Nothilfsplan vor.

Nach 2003 erlebt Deutschland gerade den zweiten Jahrhundertsommer – in bloß 15 Jahren. Die damit verbundenen Umweltprobleme machen ein schnelles politisches Eingreifen notwendig, findet der Umweltverband BUND. Die Umweltschützer fordern tiefgreifende Maßnahmen der Bundesregierung und legen ihrerseits einen Klima-Nothilfsplan vor. Die Sofortmaßnahmen ähneln denen der Umweltverbände WWF und Germanwatch, die vergangene Woche einen Weckruf für den Klimaschutz forderten. Um das deutsche Klimaziel für 2020 so weit wie möglich zu erreichen, müsse die Bundeskanzlerin von den zuständigen Ministerien jetzt Sofortmaßnahmen einfordern.

Die Bundesrepublik wird ihr Ziel, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 zu verringern, nach jetzigem Stand um etwa acht Prozent verfehlen. Immerhin ist im aktuellen Koalitionsvertrag festgehalten, die Lücke so schnell wie möglich zu schließen. Einzig getan wird dafür anscheinend wenig.

„Die Bundesregierung muss aufhören, den Klimaschutz auf später zu verschieben. Lösungen liegen auf dem Tisch“, so der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Eine politische Sommerpause kann sich die Bundesregierung nicht leisten. Jetzt müssen Lösungen präsentiert werden, wie Deutschland seinen immensen CO2-Ausstoß in den Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft reduziert.“

Die geforderten Sofortmaßnahmen präsentiert der Umweltverband dann direkt selbst in einem Klima-Nothilfsplan. Möglichkeiten, das Klima zu entlasten liegen – wenig überraschend – in den Sektoren Verkehr, Landwirtschaft und Energie. Auch der Natur- und der Gewässerschutz tragen dazu bei, den CO2-Ausstoß kurzfristig zu senken.

Mit dem Klima-Nothilfsplan kurzfristig Emissionen eindämmen

Die am schnellsten wirksame Maßnahme sieht der BUND im Energiesektor durch die Abschaltung der ältesten (und klimaschädlichsten) Kohlekraftwerke. Er fordert, die Leistung der Stein- und Braunkohlemeiler von derzeit rund 44 Gigawatt auf 20 Gigawatt bis 2020 zu senken und den kompletten Kohleausstieg bis 2030 anzupeilen. Weiterhin wäre der Gesamtenergieverbrauch merklich zu senken. Dabei kommt dem Gebäudebereich eine Schlüsselrolle zu. Im Verkehrssektor fordert der Umweltverband unter anderem die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen.

Grundlegende Sofortmaßnahmen seien auch in der Landwirtschaft notwendig. Hier fordert der BUND vor allem eine Abkehr von der Exportstrategie bei Billigfleisch. Das lässt sich durch die sofortige Reduktion der Fleischproduktion von aktuell 117 Prozent auf das Niveau des Selbstversorgungsgrades erreichen.

Als besonders wirksame Maßnahme im Klima-Nothilfsplan fordern die Umweltschützer die Renaturierung und Reaktivierung von Mooren, Auen und Feuchtgebieten. Sie können Treibhausgas-Emissionen verringern, den Wasserhaushalt der Landschaft stabilisieren und die Auswirkungen extremer Niederschläge sowie Dürren abmildern.

Quelle:BUND