Bäume für das Leben

Zerstörter Regenwald

Während der CO2-Ausstoß global gesehen stetig steigt, verschwindet gleichzeitig immer mehr Regenwald. Und das obwohl Bäume einen großen Einfluss auf unser Klima nehmen, indem sie klimaschädliches Kohlenstoffdioxid aus der Luft in den für uns so wichtigen Sauerstoff umwandeln. Der Verein „Life-Giving Forest“ hat sich diesem Problem nun angenommen – mit einem außergewöhnlichen Konzept.

Der in Baden-Württemberg ansässige Verein setzt sich nicht nur für Wiederbewaldung, sondern auch für eine nachhaltige Armutsbekämpfung auf den Philippinen ein. Das Land weist in beiden Feldern große Defizite auf, obwohl es einen großen Naturschatz beherbergt und mit einer großen Bevölkerung gleichzeitig über eine große Menge Ressourcen verfügt. Der Regenwald, der ursprünglich einmal 92 Prozent des Landes bedeckte, wurde in denn vergangenen Jahrzehnten stark gerodet, so dass heute nur mehr etwa 2,8 Prozent erhalten geblieben sind.

Durch den Klimawandel nehmen auch Unwetter zu. Durch mangelhafte Bodenfestigkeit kommt es verstärkt zu Erosionen, wodurch das Ausmaß der Zerstörung verschärft wird. Nicht nur der Baumbestand schreibt rote Zahlen: Das Land zählt mit 60 Prozent der Bevölkerung, die weniger als zwei US Dollar am Tag verdienen, zu einem der ärmsten Asiens. Auf Grund der großen Armut und fehlender medizinischer Versorgung finden vor allem Menschen mit körperlichen Einschränkungen nur selten Arbeit.

Life-Giving Forest gibt diesen Menschen nun die Möglichkeit, sich für ihre Rechte und ihre Umwelt einzusetzen. Die Aufforstungsprojekte werden dabei von der Bevölkerung eigenständig initiiert und organisiert, der Verein stellt dafür lediglich die notwendigen Ressourcen, wie etwa Gelder und Kontakte zur Durchführung, bereit. Für einen reibungslosen Ablauf trotz der großen Distanz sorgt wiederum die Stiftung „Foundation for TheseAbled Persons Inc.“ (FTI). Sie unterstützt die Menschen bei ihrer Arbeit vor Ort und verwaltet im Zuge dessen deren Projekte. Der Name FTI steht für Gleichberechtigung von Menschen mit und ohne Behinderungen, weshalb die Stiftung nicht nur Initiativen unterstützt, die Arbeitsplätze schaffen, sondern auch selbst Mitarbeiter mit und ohne Behinderung bei ihrer Arbeit zusammenbringt.

Derzeit bestehen drei Projekte an verschiedenen Standorten:

Zunächst wurde mit der Schreinerei SAFRA-ADAP (San Francisco Association of Differently Abled Person Multi Purpose Cooperative) schon 2011 ein Wiederaufforstungsprojekt ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine selbstständige Genossenschaft von Menschen mit Behinderung. Diese betreiben auf den Philippinen eine Schreinerei und engagieren sich nun für die Produktion von nachhaltigem Material für ihre Möbel. In dem Jungwald bauen sie auch einen Erlebnispfad, der den Besucher hautnah in Kontakt mit einem wachsenden Regenwald bringt.

Nachdem im Dezember 2012 der Taifun Pablo in Cateel schwere Schäden angerichtet hat, verlor nicht nur die Mehrheit der Bewohner ihr Zuhause, sondern auch ihre Arbeit. Denn nur vereinzelt ragten nach der Naturkatastrophe noch Palmen aus dem Boden – in einer Region, deren Haupteinnahmequelle die Kokospalmenindustrie darstellt. Durch Spenden der Daimler „ProCent Initiative“ und des „Hand in Hand Fonds“ startete Life-Giving Forest e.V. daraufhin im Jahr 2013 ein Wiederaufforstungsprojekt. Auf einer Fläche von über zehn Hektar wird ein Wald bestehend aus 50 Prozent heimischen sowie 50 Prozent Kakao-, Kaffee- und Fruchtbäumen wachsen. Der Verkauf von Citronella-Öl sowie ersten Kakao- und Kaffeeernten verspricht bereits nach zwei Jahren erste Geldeinnahmen.

Auch das dritte Projekt ging als Nothilfeprojekt im Zuge des Taifuns Haynan an den Start. Hierbei soll für die Schreinerei TAPDICO in Tacloban eine Fläche gekauft werden, damit sich eine Gruppe Menschen mit Behinderungen eine neue Werkstatt und sturmsichere Häuser bauen kann. Ein Gartenprojekt und auch ein Wiederbewaldungsprojekt sind geplant.

Der Verein Life-Giving Forest bringt schließlich nicht nur Leben in die Wälder zurück, sondern spendet auch den Menschen vor Ort nachhaltig ein neues Leben.

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