Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich

Wasserstände steigen weltweit

Der Klimawandel ist real und eine Bedrohung für die Menschheit. Einer von vielen Beweisen dafür ist der immer schneller steigende Meeresspiegel. Ganze Küstenregionen und viele Inselgruppen drohen in den kommenden Jahrzehnten überschwemmt zu werden und von unseren Landkarten zu verschwinden. Grund für den rasanten Anstieg des Meeresspiegels ist die globale Erwärmung.

Überall auf der Welt werden in diesen Tagen Wasserstände gemessen, die Schätzungen zufolge höher sind, als jemals seit dem 18. Jahrhundert. Verlässlich und umfassend erfasst werden kann die Höhe des Meeresspiegels allerdings erst seit etwa 1990, mit dem Beginn der Satellitenbeobachtung. Frühere Pegelstände können durch verschiedene Methoden lediglich geschätzt werden.

Ein Team von Wissenschaftlern um Dr. Carling Hay von der Harvard Universität in Cambridge, hat mithilfe einer neuen, eigens entwickelten Methode zur zuverlässigen, statistischen Datenerfassung jetzt genau das getan und belegt, dass der Meeresspiegel zwischen 1901 und 1990 um rund 1.2 Millimeter pro Jahr (+- 0.2 mm) angestiegen ist. Diese Methode wird weltweit anerkannt und wurde schon von den Vereinten Nationen zur Schätzung der künftigen Weltbevölkerung verwendet.

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), das die gängige Meinung von Klimatologen vertritt, schätzte den Anstieg auf 1.7 mm pro Jahr zwischen 1901 und 2010. Damit ist klar: Der Meeresspiegel stieg zumindest im letzten Jahrhundert langsamer als bislang angenommen. Leider ist das kein Grund zu glauben, dass vielleicht auch die globale Erwärmung überschätzt wurde.

Denn die Forscher berechneten mithilfe ihrer neuen Methode auch den Anstieg zwischen 1993 und 2010. Für diesen Zeitraum war das IPCC auch von rund 1.7 mm pro Jahr ausgegangen. Doch leider zeigte sich durch die aktuelle Untersuchung der Wissenschaftler: Während dieser Zeit stieg der Meeresspiegel um rund drei Millimeter pro Jahr. Das deckte sich auch mit Daten aus Satellitenaufnahmen. Die Messungen der Forscher zeigen also: Der Meeresspiegel steigt jetzt fast doppelt so schnell, als noch im 20. Jahrhundert.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wovon Experten leider ausgehen, drohen vor allem den Küstenregionen dramatische Folgen. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr belegt, dass allein in den USA Gebiete im Wert von 66 bis 106 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2050 buchstäblich untergehen werden. Die Studie berechnete diesen Wert sogar noch mithilfe der Schätzungen der IPCC von nur 1.7 Millimetern pro Jahr.

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