Afrikas Tropen geben große Mengen CO2 ab

Eine Palmölplantage im Regenwald von Malaysia. Landdegradierung könnte aus CO2-Senken Treibhausgasschleudern machen.

Tropische Wälder helfen bei der Speicherung von CO2. Daher sind sie besonders wichtig für den Erhalt eines stabilen Klimas. Bei afrikanischen Tropenwäldern haben Forscher jetzt allerdings etwas ungewöhnliches entdeckt. Seit einigen Jahren geben einige Wälder dort sehr große Mengen CO2 ab. Der Grund dafür könnte bei uns liegen. Wir haben das Ökosystem zu sehr geschädigt, vermuten die Forscher.

Studie zur CO2-Bilanz der weltweiten Tropenwälder

Erst vor einigen Tagen hat der Weltklimarat seinen Sonderbericht zu Klimawandel und Landnutzung veröffentlicht. Die Nachricht darin ist eindeutig: So wie wir den Planeten behandeln, kann es nicht weitergehen. Geowissenschaftler haben jetzt eine Entdeckung gemacht, die das erneut verdeutlicht. Die Forscher um Paul Palmer von der University of Edinburgh ermittelten für eine Studie die CO2-Bilanz von tropischen Regenwäldern. Dabei mussten sie feststellen, dass die Wälder in Afrika ungewöhnlich viel CO2 freisetzen.

Tropische Wälder keine CO2-Senken mehr?

Normalerweise gelten intakte Regenwälder als sogenannte CO2-Senken. Das bedeutet, sie entziehen der Atmosphäre CO2. Durch Photosynthese wandeln sie es zum einen in Sauerstoff um und nutzen es außerdem zum Wachstum. Das Treibhausgas wird in Biomasse umgewandelt und verbleibt teilweise über tausende Jahre in dieser Form gespeichert. Bislang galt die CO2-Bilanz der Tropenwälder immer als negativ. Sie entziehen demnach mehr CO2 als durch Verrottung oder Brände wieder freigesetzt wird.

Afrikas Tropen geben zu viel CO2 ab

Doch ob diese Bilanz immer stimmt, war bisher mangels umfassender Messungen nicht bewiesen. Palmer und sein Team haben nun Satellitenmessungen überprüft, um Klarheit zu schaffen. Dabei fanden sie heraus, dass die Tropen in Südamerika, Asien und Australien eine negative CO2-Bilanz zeigen, allerdings geringer als erwartet. Doch die große Überraschung erlebten die Geowissenschaftler bei den Tropen in Afrika.

Dort gaben die Wälder über die beiden Jahre 2015 und 2016 1,25 Billionen Tonnen CO2 ab. Damit waren die afrikanischen Tropen für einen Großteil des in dieser Zeit abgegebenen CO2 weltweit verantwortlich. (CO2-Freisetzung der weltweiten Tropen: 1,03 Billionen Kilogramm 2015 und 1,60 Billionen Kilogramm 2016).

Auf der Suche nach den Ursachen

Die Wissenschaftler machten sich daraufhin auf die Suche nach der Ursache für diese ungewöhnlich hohen Emissionen. Dabei fanden sie auch innerhalb Afrikas große Schwankungen. Das größte Menge CO2 wird ihnen zufolge in den Tropen in Äthiopien und im westlichen tropischen Afrika abgegeben. Der Regenwald im Kongobecken hingegen absorbiert weiterhin deutlich mehr CO2 als er abgibt.

Sind die Menschen daran Schuld?

Die Forscher konnten die Ursache für die ungewöhnlich hohe Abgabe von Treibhausgas nicht mit Sicherheit nachweisen. Die großen Schwankungen der Messwerte jedoch lässt sie befürchten, dass die Menschen zumindest eine Mitschuld tragen. In den Regionen, in denen große Mengen CO2 freigesetzt wurden, werden die Böden oft intensiv von Menschen genutzt, beispielsweise für die Landwirtschaft. Palmer und sein Team vermuten, dass diese Übernutzung, zusammen mit vermehrt aufgetretenen Dürren, die dortigen Wälder so geschädigt haben, dass ihre natürliche Funktion als CO2-Speicher nicht mehr gegeben ist.

Die Geowissenschaftler um Paul Palmer konnten zwar die Ursache nicht mit Sicherheit nachweisen. Sie warnen uns dennoch, dass die Speicherfunktion der Tropen durch menschliche Veränderungen gefährdet sein könnte. Sollte sich die CO2-Bilanz der weltweiten Tropen weiterhin verschlechtern, würde die Menschheit einen essentiell wichtigen Bestandteil für ein stabiles Weltklima verlieren. Und damit den Kampf gegen den Klimawandel wohl endgültig.

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