30-Stunden-Woche soll Klimawandel aufhalten

Vor dem UN-Klimagipfel am heutigen Dienstag sind in mehr als 160 Ländern zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um ihrer Besorgnis um den Klimawandel Ausdruck zu verleihen. Allein in New York sollen sich über 100.000 Menschen versammelt haben. Ein imposantes Bild. Doch ist das genug? Was können wir konkret tun, um den Klimawandel aufzuhalten? Einen interessanten Vorschlag macht der Wiener Soziologe Hubert Eichmann. Er plädiert für eine 30-Stunden-Woche, um die Umwelt zu schonen.

In New York treffen in dieser Woche Staats- und Regierungschefs zusammen, um Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen zu verhandeln. Es geht um einen Klimavertrag, der Ende 2015 auf der Klimakonferenz in Paris verabschiedet werden soll und 2020 in Kraft treten könnte. Doch wie dieser aussehen wird, ist mehr als unklar. Genauso unsicher ist, ob Klimasünder wie China oder Indien sich nicht wieder quer stellen und ein internationales Abkommen verhindern.

Also wird es Zeit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Der Wiener Soziologe Hubert Eichmann kommt mit einer grandiosen Idee daher, um dem Klimawandel zu begegnen. Eine 30-Stunden-Woche könnte seiner Meinung nach die Lösung des Problems sein, und zwar aus dreierlei Gründen. Erstens würde damit weniger produziert werden. Wenn weniger produziert wird, dann wird auch weniger verbraucht. Zweitens würde der Berufsverkehr zurückgehen, so Eichmanns logische Schlussfolgerung. Denn wer weniger arbeitet, hat weniger Stress und kann sich mehr Zeit lassen für den Weg zur Arbeit und zurück. Drittens hätten alle Menschen generell mehr Zeit für umweltfreundliches Verhalten.

„Kochen statt Tiefkühlkost, Radfahren statt Autofahren oder Müll trennen – das alles fällt leichter, wenn man weniger gestresst ist“, so Eichmanns Überzeugung, die im Übrigen auf einer Idee des Universitätsprofessors Jörg Flecker beruht. Er empfiehlt gemeinsam mit einer Bürgerinitiative zur Abeitszeitverkürzung die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit für alle Arbeitnehmer. Das ganze hätte wünschenswerte Nebeneffekte, da beispielsweise die steigende Rate von Burn-Out und anderer berufsbedingten Erkrankungen wie Rückenschmerzen gesenkt werden könnte. Auch könnte man die Teilzeitquote von Frauen mindern.

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Eichmann hat in Österreich bereits eine Petition beim Nationalrat eingereicht. In einer ersten Stellungnahme des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz heißt es, dass man sich „grundsätzlich zum langfristigen Ziel einer Arbeitszeitverkürzung“ bekenne. Derzeit halte man aber nicht einmal eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden für realisierbar. Das Modell wäre auch für Deutschland interessant. Mal abgesehen von der immensen Kostenersparnis – etwa für Krankenkassen oder der Möglichkeit, die Arbeitslosenrate zu senken – ist der Umwelt- und Klimaschutzaspekt ein nicht uninteressantes Argument.

1 Kommentar

  • Das klingt nach einer einfachen Lösung für ein komplexes Problem. Die Theorie wirft viele Fragen auf. Würden wir mit einer 30 Stundenwoche wirklich weniger aktiv sein? Wie würden wir den freien Tag nutzen?

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