Jedes Jahr wird Regenwald von der Größe Englands zerstört

Zerstörter Regenwald in Borneo, Malaysia. Um Platz für Palmölplantagen zu schaffen, werden jedes Jahr tausende Hektar Regenwald abgeholzt.

Weltweit werden rund 30 Fußballfelder Regenwald zerstört – und das jede Minute. Das sind zwei Millionen Hektar pro Jahr – eine Fläche von der Größe Englands. Der Verlust der Wälder sei der viertgrößte seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2001. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Projekts Global Forest Watch (GFW) hervor. Demnach ist besonders der Regenwald in Brasilien betroffen.

Global Forest Watch (GFW) beruft sich auf Satellitenbilder, die von der Universität Maryland ausgewertet wurden. Demnach ist die Vernichtung der weltweiten Regenwälder unverändert groß. Jede Minute werden rund 22 Hektar Wald abgeholzt oder durch Brände zerstört. Der Hauptverursacher ist weiterhin der Mensch. Legale und illegale Abholzung, aber auch die Viehzucht und die Landwirtschaft.

Der Anbau von Palmöl in riesigen Monokulturen, für den bereits Millionen Hektar Wald durch Brandrodung zerstört wurden. Der Anbau von Getreide für die Herstellung von Biokraftstoffen und die illegale Rodung uralter Tropenhölzer – all das zerstört nicht nur empfindliche Ökosysteme, sondern schadet auch dem Klima. Durch Brandrodungen werden Millionen Tonnen CO2 freigesetzt. Gleichzeitig schwindet der Regenwald und damit die Möglichkeit, das Treibhausgas wieder aufzunehmen.

Weltweit absorbieren die Regenwälder jedes Jahr mehr als elf Milliarden Tonnen CO2. Das sind rund 30 Prozent der von der Menschheit verursachten Menge des klimaschädlichen Gases. In den hunderte und teilweise sogar tausende Jahre alten Bäumen der ursprünglichen Regenwälder sind zudem große Mengen Kohlenstoff gespeichert. Werden solche Bäume gefällt oder verbrannt, setzt das zusätzlich CO2 frei.

Erstmals wurden dieses Jahr auch die Verluste des ursprünglichen Regenwaldes in Brasilien dokumentiert. Während insgesamt ein leichter Rückgang der Entwaldung festgestellt wurde, schaffte Brasilien es wieder auf einen traurigen Spitzenplatz. Dort wurden 1,35 Millionen Hektar an ursprünglichem Regenwald abgeholzt, heißt es in dem Bericht. Ein Teil der gerodeten Flächen werde als Weidefläche genutzt. Ein Moratorium, das den Wald vor Abholzung schützen soll, werde von vielen Landwirten durch Tricks umgangen.

Die Autoren des Berichts sehen großen Handlungsbedarf. In vielen Ländern sei ein deutlicher Anstieg der Entwaldung zu verzeichnen. Dazu zählen Kolumbien, Ghana, die Demokratische Republik Kongo und die Elfenbeinküste. Die EU als der zweitgrößte Importeur von Produkten, die in direkter Verbindung mit der Abholzung des Regenwaldes stehen, hat sich eigentlich verpflichtet, die Rodungen bis 2020 zu stoppen. Doch dazu wurden bis heute keinerlei Maßnahmen ergriffen. Und so verschwindet weiter jedes Jahr ein Teil der grünen Lunge der Erde für immer.

Tip Bot Spenden-Button



Über das CleanEnergy Project

Das CleanEnergy Project ist ein non-profit Magazin für Menschen auf der Suche nach Informationen über Nachhaltigkeit.

Autoren, die über Nachhaltigkeit berichten und sich unserem Team anschließen möchten, sind herzlich willkommen.