UBA fordert das Ende von fossilen Kraftstoffen

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Elektromobilität - Umweltbundeamt
Elektromobilität - Umweltbundeamt

Norwegen macht es vor, nun soll Deutschland folgen. Laut einer Studie des Umweltbundesamts (UBA) müssten alle Fahrzeuge, die mit fossilen Kraftstoffen betrieben werden, baldmöglichst von den Straßen verschwinden, damit die Bundesregierung die selbstgesteckten Klimaschutzziele noch erreichen kann. In Norwegen will man den radikalen Weg gehen. Dort sollen bald nur noch Elektrofahrzeuge verkauft werden dürfen. Wäre es in Deutschland überhaupt vorstellbar, diesem Vorbild zu folgen?

Spätestens im Jahr 2025 geht es den fossilen Brennstoffen in Norwegen an den Kragen – zumindest im Verkehrssektor. Als erstes Land der Welt wollen die Skandinavier ein Gesetz verabschieden, das den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verbietet. Dann dürften nur noch elektrisch betriebene PKW verkauft werden. (CEP berichtete). Mit diesem bisher beispiellosem Konzept möchte die norwegische Regierung den Verkehr bis 2050 völlig emissionsfrei gestalten. Im Pariser-Abkommen hat sich Norwegen diesem Ziel verpflichtet.

Andere Länder hingegen hängen in puncto Klimaschutz beim Verkehr meilenweit hinterher. So auch Deutschland. Peinlich für die Bundesregierung, die als Erfinder der „German Energiewende“ einen Ruf zu verlieren hat. Zwar läuft es bei uns beim Ausbau der Erneuerbaren zur Stromerzeugung – zumindest im Moment – recht gut, im Verkehrsbereich steigen die Emissionen jedoch immer weiter. Das passt nicht zu dem großen Ziel der Bundesregierung, den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent (gegenüber 1990) zu verringern.

Neu vorgestellte Studien des UBA zeigen, dass dafür im Verkehrsbereich dringend tiefgreifende Veränderungen her müssten. Um Deutschlands Klimaziele zu erreichen, müsse der Verkehr in Deutschland bis spätestens 2050 treibhausgasneutral werden, betont das UBA. Das Amt fordert eine „Energiewende hin zu postfossilen Antrieben und Kraftstoffen“ sowie die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene.

„Für Null-Emissionen brauchen wir eine völlige Abkehr von fossilen Kraftstoffen – und zwar bei allen Verkehrsträgern”, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: “ Wo möglich, sollten alle Fahrzeuge mit Elektromotoren und Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben werden, heißt es in der Studie. Bei Verkehrsträgern, bei denen das nicht möglich sei, sollen aus regenerativem Strom hergestellte Kraftstoffe wie Power-to-Liquid (PtL) oder Power-to-Gas (PtG) eingesetzt werden.

Doch ob sich im Autoland Deutschland ein Konzept ähnlich wie in Norwegen auf absehbare Zeit überhaupt durchsetzen ließe, darf bezweifelt werden. Dafür müsste die Auto-mobilindustrie, die Bevölkerung und die Regierung zu einem radikalen Umbruch bereit sein.

Möglicherweise könnte sich zumindest ein Teil der deutschen Bürger dem Vorschlag nicht völlig verschließen. Aktuelle Umfragen zeigen, dass sich ein Drittel der Deutschen vorstellen könnte, auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen. Das bedeutet jedoch auch, dass 63 Prozent der Befragten kein Elektroauto kaufen wollen. Sie per Gesetz dazu zu zwingen, würde unzweifelhaft massive Proteste nach sich ziehen.

Hier müsste die Bundesregierung gegensteuern. In Norwegen genießen die Halter von E-Autos schon heute viele Privilegien. Wer sich in Norwegen für ein eAuto entscheidet, zahlt beim Kauf weder Mehrwertsteuer noch Importabgaben. Zudem gibt es flächendeckend öffentliche Ladestationen, man darf die Busspur benutzen und viele Parkplätze kostenlos nutzen. In Deutschland erhalten Käufer von elektrisch betriebenen Fahrzeugen demnächst eine Kaufprämie bis 5000 Euro. Ein guter erster Schritt. Den Elektrofahrzeuge-Boom, den Norwegen im Moment erlebt, wird allein dieses Förderprogramm wahrscheinlich nicht auslösen.

Quelle: UBA

 

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