Trinity Windturbine: Saubere Windenergie für unterwegs

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Windenergie - Trinity Portable Wind Turbine Power Station
Windenergie - Trinity Portable Wind Turbine Power Station

Das US-Unternehmen Janulus hat Windturbinen entwickelt, die so klein sind, dass selbst das größte Modell noch im Kofferraum transportiert werden kann. Mit den portablen Windkraftanlagen „Trinity“ könnten künftig je nach Größe Handys, Elektroautos oder sogar ganze Häuser mit sauberer Erneuerbarer Energie versorgt werden. Um die ersten Modelle ausliefern zu können, läuft derzeit eine Crowdfunding Kampagne auf Kickstarter – mit großem Erfolg. Schon gut einen Monat vor Ablauf ist weit mehr Geld zusammen gekommen als ursprünglich geplant. Ab 2016 werden die ersten Windenergieanlagen zum Mitnehmen ausgeliefert.

Mit kleinen Solarzellen, die bequem in die Tasche passen, unterwegs das eigene Smartphone aufladen – eine praktische Erfindung, die jedoch mittlerweile fast schon ein alter Hut ist. Zahlreiche Anbieter offerieren solche Mini-Solaranlagen in allen erdenklichen Größen und Leistungsstärken. Die kleinsten passen in die Hosentasche und erzeugen höchstens ein paar Watt, die größten können sogar kleine Häuser versorgen, beispielsweise in Entwicklungsländern, wo die Stromversorgung oft nur rudimentär vorhanden ist. Tragbare, kompakte Solaranlagen sind somit ein wichtiger Schritt zu einer flexiblen, flächendeckenden Versorgung mit sauberer Erneuerbarer Energie.

Auch das US-Unternehmen Janulus aus Minnesota bietet solche transportablen Solarzellen an. Noch interessanter ist jedoch deren neueste Entwicklung, die in Zukunft vielleicht eine wichtige Ergänzung zu den tragbaren Solarmodulen sein könnte: Transportable Windkraftanlagen mit integriertem Akku und Inverter. Die „Trinity Portable Wind Turbine Power Station“, kurz „Trinity“, soll ab April 2016 in vier verschiedenen Ausführungen erhältlich sein:

Trinity comes in four different sizes

Das kleinste Modell – die Trinity 50 – ist gerade einmal 30 Zentimeter groß und 650 Gramm leicht. Die Rotorblätter werden für den Transport einfach in das Gehäuse geklappt. So passt die Mini-Windturbine in nahezu jeden Rucksack. Mit allen vier Modellen kann laut Hersteller bereits ab einer Windgeschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde Strom erzeugt werden. Bei Trinity 50 reicht das für eine maximale Leistung von 50 Watt. In Betrieb lädt die Windturbine den integrierten Akku in etwa 3-4 Stunden (Modell Trinity 400) vollständig auf. Der Akku kann dann beispielsweise ein Smartphone oder andere kleine Elektrogeräte mit Strom versorgen. Laut Janulus reicht der Akku der Trinity 50 um ein iPhone drei bis vier Mal vollständig aufzuladen. Anders als die leistungsstärkeren Modelle gibt es die Trinity 50 bereits zu kaufen. Bestellen können Sie sie auf der Website des Herstellers zu einem Preis von 358 Euro.

Das wahrscheinlich größte Potenzial bietet jedoch die leistungsstärkste der vier transportablen Wind-energieanlagen, die Trinity 2500. Wie der Name schon sagt, erzeugt sie 2500 Watt. Das reicht sogar aus, um damit ein Elektroauto aufzuladen. Die Trinity 2500 ist dabei nur einen Meter hoch und wiegt gerade einmal 19 Kilogramm. Somit passt sie im Transport-Modus in jeden Kofferraum. Wie alle Modelle verfügt sie über einen eingebauten Akku – im Gegensatz zur kleinen Ausführung jedoch über einen deutlich leistungsstärkeren: Die Batterie mit einer Kapazität von 300.000 mAh speichert genug Energie, um ein kleines Haus für einige Zeit mit Strom zu versorgen.

Trinity 2500 mounted on a home

Das funktioniert denkbar einfach: Der eingebaute Inverter wandelt den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, und die Kleinstwindkraftanlage wird einfach über ein ganz normales Haushaltsstromkabel an die nächste Steckdose gesteckt. Dann können alle anderen Geräte am selben Stromkreis mit den Windstrom versorgt werden. Ein weiterer Vorteil: Anders als große konventionelle Windkraftanlagen kann der Rotor wie gewohnt horizontal, aber auch vertikal verwendet werden. Laut Hersteller können auf diese Weise sowohl niedrige als auch höhere Windgeschwindigkeiten optimal ausgenutzt werden. Über eine ab 2016 kostenlos erhältliche Smartphone App lässt sich die Windturbine an und ausschalten und alle wichtigen Funktionen kontrollieren. Für die Trinity 2500 verlangt Janulus jedoch einen recht stolzen Preis: 5600 US-Dollar wird das kleine mobile Kraftwerk ab 2016 kosten.

Vor allem für Entwicklungsländer und andere Gegenden, in denen eine Stromversorgung nicht selbstverständlich ist, könnte sich eine solche Investition jedoch lohnen. Die neuen Kleinstwindkraft-anlagen stoßen bereits auf großes Interesse. Bei der auf Kickstarter laufenden Crowdfundig-Kampagne haben Investoren bereits über 64,000 US-Dollar in das Projekt gesteckt – 14.000 Dollar mehr als von den Initiatoren ursprünglich angepeilt. Die Kampagne läuft noch bis Ende Oktober, ab Februar 2016 sollen die ersten Trinity Modelle produziert werden. Bestellen können Sie alle vier Ausführungen schon heute auf der Website von Janulus. Erhältlich ist bisher allerdings nur das Modell mit 50 Watt. Ab April 2016 sollen dann die drei größeren Ausführungen an die Kunden ausgeliefert werden.

Wer sich über die neuen Mini-Windkraftanlagen für unterwegs informieren oder in das Projekt investieren möchte kann das hier tun. Im folgenden Video sehen Sie die Trinity-Windkraftanlagen in Aktion:

 

4 Responses

  1. Günter

    25. September 2015 5:57

    Wie oft es sich wohl dreht, wenn es wie im Video zwischen hohen Bäumen und
    Häusern steht? In einem Jahr könnte auch der Tesla geladen sein 🙂
    Nette verarsche. Mit Klick auf Smartphone dreht es sich, obwohl sich nicht mal
    die Blätter an den Bäumen bewegen.

    Erschreckend finde ich, wie schwarz und dreckig die Eisfelder und Gletscher sind
    (Kohle-Ruß?), die im Video zu sehen sind. Kein Wunder, wenn Gletscher immer schneller schmelzen.

  2. Christoph

    9. März 2016 21:25

    Tja, Kickstarter Projektfinanzierung ausgesetzt, was für ein großer Erfolg. Viele Gläubige sind um 400$ ärmer und jetzt verbrannte Kinder in Sachen grüner Energie.
    Bitte bei den Kickstarter Sachen kritisch das ganze hinterfragen statt die Leute unkritisch dafür zu begeistern. Rawlemon ist auch so ein Funding-Teil, das von der Presse gehypt wurde. 270k€ weg.
    Das dieses Mini-Windrad nicht funktionieren kann ist offensichtlich. Wenn man aus einem Windrad 20-30W rausholen will, kommt da schon einiges an Kraft zusammen, die gehalten werden muss. Und nun schaue man sich die Füsse von dem Teil an und den Abstand der Füsse. Als Physikkundiger sieht man dazu, dass der Schwerpunkt wegen dem Generator sehr hoch liegen muss. Also braucht es nur sehr wenig Kraft am hoch liegenden (=Hebel) Generator, um das Ding umzupusten. Das kann so nicht funktionieren die Leistungsangabe hört sich nicht plausibel an, selbst bei Sturm, den die Füsse eh nicht überstehen würden. Das muss einem fachkundigen Konstrukteur klar sein. Der KOnstrukteur wusste vermutlich, dass er etwas nicht valides zeichnet.
    Aus offensichtlichem Grund hat er es trotzdem gemacht. Anders kann ich mir das nicht erklären.
    Die hatten davor schon einen mobilen Sonius-Windgenerator mit kritischen Kommentaren der Funder und wenig Erfolg. Auch der war offensichtlich technisch in der Art nicht zu realisieren. Wie kann man dann so positive Artikel für einen Nachfolgeprojekt schreiben?
    Dazu dreht sich der Windgenerator im Video viel zu langsam und zu gleichmäßig. Der ist mit Sicherheit mit Energie angetrieben worden. Kleinwindanlagen drehen sich wesentlich schneller, kleine Generatoren brauchen Drehzahl. Auch der Große dreht sich langsam, obwohl kein Wind da ist. Mit Sicherheit alles gemogelt.

    Schade, wenn Sie in dem Artikel etwas kritischer das Kanze hinterleuctet hätten, wären Sie heute die Journalisten, die es schon damals gewusst und viele Leute vor einem Verlust geschützt hätten. Das Geld hätte man auch in realistische regenerative Projekte stecken können und die Welt und vor allem die Regenerative-Energie-Kritiker hätte ein negatives Beispiel, dass Windkraft nicht funktioniert weniger. Wenn man die Leute zu grüner Energie hinbewegen will, sollte man möglichst realistische Ideen puschen, damit man große Erfolge aufweisen kann statt einen Flop nach dem anderen, weil man fancy Projekte pusht, die nur gut aussehen und wertvolles grünes Kapital vernichten, mit dem man so viel CO2 in anderen Projekten hätte einsparen können.

  3. Maggus

    1. Juli 2016 7:42

    Genau Günter, Kohle-Ruß… Das ist ganz normaler Dreck (unter anderem Vulkanasche) den so ein Gletscher im Laufe der Zeit aufsammelt, wenn er die Berge runter kommt… Kein Gletscher ist schneeweiß, alle sehen so aus, auch ganz ohne menschlichen Einflüssen…

    Zum Thema, super Idee! Vlt wird das was 🙂

  4. Mario

    24. Oktober 2016 10:52

    Das sich jemand soviel Aufwand macht um Leute zu verar….n, ist eher unwahrscheinlich. Vor allem wenn nach der Kickstarter Kampagne gleich an neuen Modellen in verschiedenen Stärken gearbeitet wird. Aber das übermäßige kritisieren und hinterfragen ist man ja hierzulande ja schon gewohnt.

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