Treibhausgasausstoß 2014 deutlich gesunken

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Klimaschutz - CO2-Emissionen
Klimaschutz - CO2-Emissionen

Der gut voranschreitende Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung und der milde Winter haben in Deutschland 2014 erstmals seit Jahren zu deutlich sinkenden Treibhausgasemissionen geführt. Das geht aus Berechnungen hervor, die das Umweltbundesamt (UBA) jetzt der Europäischen Kommission übermittelt hat. Im Bereich Verkehr und Landwirtschaft hingegen stiegen die Emissionen sogar an. Das zeigt deutlich, dass sich das Konzept Energiewende bisher nur in Teilbereichen etabliert hat. Auch Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sieht dringend weiteren Handlungsbedarf.

Zwiespältige Nachrichten für den Klimaschutz erreichen uns diese Woche aus Berlin. Wie das UBA und das Bundeswirtschaftsministerium mitteilten, sind die Emissionen klimaschädlicher Gase erstmals seit Jahren deutlich gesunken. So seien in Deutschland 2014 rund 901,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen worden. Das entspricht einer Minderung von 43,3 Millionen Tonnen – 4,6 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2014.

Der Grund dafür sei zum einen der besonders milde Winter 2014 gewesen, während dem nur wenig geheizt werden musste. So konnten 20,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Außerdem habe der starke Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Stromerzeugung dazu geführt, dass weniger Energie mit den als besonders schmutzig geltenden fossilen Kraftwerken erzeugt werden musste. Insgesamt 20.9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente seien durch den verstärkten Einsatz von Wind, Sonne und Co. eingespart worden.

Weniger gut ist allerdings, dass die Emissionen im Bereich Verkehr weiter gestiegen sind. Die meisten Fahrzeuge sind heute zwar mit wesentlich moderneren Katalysatoren ausgestattet, als noch vor 20 Jahren. Da das Verkehrsaufkommen gerade im Straßengüterverkehr jedoch massiv zugenommen hat, werden heute (Daten aus 2015) sogar rund 13 Prozent mehr klimaschädliche Gase emittiert als 1995. Im Verkehrssektor stiegen die Treibhausgasemissionen 2014 um 1,2 Prozent auf gut 161 Millionen Tonnen CO2. Das UBA betont, es habe damit seit 2005 im Verkehrsbereich kaum Fortschritte beim Klimaschutz gegeben.

Dabei könnte es auch anders gehen, wie Ende 2015 eine Studie gezeigt hat. Forscher vom Berliner Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) kamen dabei zu dem Ergebnis, dass es theoretisch möglich wäre, den CO2-Ausstoß im Verkehrssektor bis 2050 zu halbieren (gegenüber 2010). Entscheidend dafür sei vor allem der Erfolg der Elektromobilität und nachhaltige Lösungen für den Stadtverkehr.

Es könnte jedoch auch ganz anders kommen, wie Mitglieder des IPCC prophezeien: Sie errechneten, dass sich die verkehrsbezogenen CO2-Emissionen bis 2050 verdoppeln könnten, wenn Gegenmaßnahmen ausbleiben.

Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, fordert, weitere Schritte zur Verringerung der Emissionen im Verkehr einzuleiten: „Wir brauchen dringend eine verkehrspolitische Zäsur. Dazu gehört unter anderem ein besseres Angebot von Bus und Bahn, mehr Elektromobilität für Autos und Fahrräder und eine Förderung von Fuß- und Fahrradverkehr. Nur so werden wir es schaffen, unsere Klimaziele auch im Verkehr zu erreichen.“

Neben dem Verkehrsbereich ist es vor allem die Landwirtschaft in Deutschland kontraproduktiv für den Klimaschutz: Insgesamt verursachte der Sektor vergangenes Jahr 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das ist eine Steigerung um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Grund dafür sei unter anderem das Entfallen der Milchquote. Diese habe dazu geführt, dass die Landwirte vermehrt Milchkühe halten – einer der Hauptverursacher von Methanemissionen. Daneben sei auch die Vergärung von Energiepflanzen zur Energiegewinnung für die gestiegenen Emissionen verantwortlich. Ackerbau und Viehzucht waren 2014 laut UBA der Verursacher von ca. sieben Prozent der gesamtdeutschen Treibhausgasemissionen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks räumt ein, dass in beiden Sektoren endlich mehr für den Klimaschutz getan werden müsse: „Die Bereiche Verkehr und Landwirtschaft wurden für den Klimaschutz viel zu lange vernachlässigt. Das kann so nicht bleiben. Verkehr und Landwirtschaft müssen künftig substantielle Beiträge für den Klimaschutz leisten. Wir brauchen eine Klimawende in allen Sektoren“.

Der Klimaschutzplan 2050, den die Bundesregierung im Sommer vorlegen will, solle dazu endlich den Weg weisen, versicherte Hendricks abschließend.

Quelle: UBA

 

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