Tipps für das Wildpflanzen-Sammeln im Sommer

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Korb im Gras mit Brennnesseln und Gundermann darin
Schmackhafte Brennnesseln und minzigen Gundermann gibt es im Sommer in Hülle und Fülle. © Nadine Carolin Wahl

Während der Frühling als DIE Jahreszeit für wilde Genüsse gilt, trauen sich schon im Sommer viele nicht mehr recht ans Sammeln und Essen heran. Zu groß ist die Sorge, dass die Ernte zäh, ungenießbar oder sogar giftig sein könnte. Selbst Wildpflanzen-Experten raten teilweise davon ab, auch später im Jahr Pflanzen zum Essen zu sammeln. Dabei helfen schon ein paar einfache Tipps dabei, auch im Sommer – und darüber hinaus – Wildpflanzen genießen zu können.

1) Nicht alle Pflanzen werden zäh

Es gibt durchaus Pflanzen, die im Sommer zäh, herb oder rau werden, dies gilt jedoch nicht für alle. Ein Beispiel für eine Pflanze, die das ganze Jahr über geerntet werden kann und dabei immer zart bleibt, ist die Vogelmiere. Dieses Luxus-Kraut ist zudem enorm weit verbreitet und an ihrer Punker-Haarleiste am Stängel leicht eindeutig zu erkennen. Sie behält das ganze Jahr über, selbst unter einer Decke aus Schnee, ihre feine Struktur und ihren angenehmen Geschmack nach Mais oder jungen Erbsen. Weitere Beispiele für Wildpflanzen, die sich im Jahresverlauf noch gut ernten lassen: Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennnessel – und viele mehr.

2) Die Zubereitung macht den Unterschied

Auch Pflanzen wie Giersch und Gundermann, die im Sommer deutlich herber werden, können noch beerntet und in der Küche verarbeitet werden. Sie eignen sich wunderbar klein geschnitten, in kleineren Mengen als im Frühjahr in Salaten sowie gekocht / gedünstet als Zugabe zu anderen Gerichten, als Quiche oder ähnliches. Bittere Pflanzen kann man zunächst kochen und ohne das Kochwasser weiterverwenden – die Bitterstoffe werden dabei zum Teil ausgespült.

3) Immer wieder ernten / schneiden

Wird eine Wildpflanze, wie etwa der würzige Giersch, im Lauf des Jahres immer wieder beerntet oder abgeschnitten, so wächst sie auch immer wieder nach. Zwar werden die zweiten, dritten oder vierten Triebe im Jahr nicht mehr so zart wie die ersten, jedoch sind sie deutlich zarter als die ausgewachsenen oder gar in der Blüte stehenden Pflanzen. So können immer wieder junge Pflanzen geerntet und verarbeitet werden.

Fazit

Wer auch im Sommer Wildpflanzen in der Küche nutzen möchte, sollte auf die Auswahl der Pflanzen und ihre Zubereitung achten sowie – wenn möglich – beliebte Pflanzen an ein und der selben Stelle immer wieder beernten oder regelmäßig schneiden.

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Nadine Carolin Wahl schreibt als Freie Autorin über Selbstversorgung und alternative Lebensweisen. Aktuell tüftelt Sie mit Ihrem Partner an der „Ferme de la Culture Sauvage“, dem Hof der Wilden Kultur in den französischen Vogesen.