Tiefgreifende Energiewende bis 2050 gefordert

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Um die Pariser Klimaziele zu erfüllen, ist eine „tiefgreifende Energiewende“ nötig. So schätzt es die Internationale Energie-Agentur (IEA) ein. Gemeinsam mit der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) lud sie vergangene Woche nach Berlin zur Internationalen Energiekonferenz. Dort stellen die beiden Agenturen ihre Studie vor. Für eine effektive Energiewende muss noch viel getan werden.

 

In dem Bericht „Perspectives for the Energy Transition – Investment Needs for a Low-Carbon Energy System“, machen die Agenturen deutlich, dass bis 2050 eine Verdoppelung der aktuellen energiebezogenen Investitionen nötig wird. Die Studie wurde auf Wunsch der deutschen Bundesregierung als Input für den G20-Gipfel in Hamburg erarbeitet. Die Experten der Energieagenturen kamen zu dem Ergebnis, dass bis 2050 rund 95 Prozent des global erzeugten Stroms aus emissionsarmen Technologien produziert werden müssten. Besonders wichtig sind die erneuerbaren Energien. Derzeit beträgt der Anteil an entsprechend produziertem Strom bloß etwa ein Drittel.

Sieben von zehn Autos müssten elektrisch fahren. Aktuell ist es bloß jedes Hundertste. Weiterhin müsste der Gebäudebestand energetisch aufgewertet werden und die Industrie ihre CO2-Emissionen um 80 Prozent einschränken. Auch fossile Energien werden weiterhin benötigt. Vor allem Erdgas wird im Jahr 2050 noch gebraucht. Mit immerhin 40 Prozent am weltweiten Energiemix würden fossile Brennstoffe weiterhin nachgefragt. Das ist etwa die Hälfte ihres jetzigen Bedarfs.

Die jährlichen Investitionen in den Energiesektor müssten auf 3.500 Milliarden US-Dollar verdoppelt werden. Wichtiger ist aber die Umstrukturierung der Investitionen. Gelder für fossile Brennstoffe müssten gekürzt und für regenerative Energien ausgegeben werden. Nach Einschätzung der IEA müssten aber auch Investitionen in die Kernenergie, in Carbon Capture and Storage (CCS) und die Übertragungs- und Verteilnetze erhöht werden.

Fortschritte müssten auch im Bereich der Energieeffizienz gemacht werden. 2015 wurden 220 Milliarden US-Dollar in energieeffiziente Technologien und Anwendungen investiert. Bis 2050 müsse dieser Betrag verzehnfacht werden. Die tiefgreifende Veränderung erfordert eine ehrgeizige politische Flankierung, etwa durch eine schnelle Verringerung von Subventionen für fossile Brennstoffe, steigende CO2-Preise sowie umfassende Strommarktreformen für die Märkte.

Auch sei eine strenge Ausrichtung an Dekarbonisierung und Energieeffizienz erforderlich.

Quelle: IEA