Sibirian Tiger Park

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Im Sibirian Tiger Park im chinesischen Harbin leben rund 500 bis 1000 sibirische Tiger in Gefangenschaft. Letzte Woche hat sich in den Social Media Channeln ein Video von den Tigern verbreitet, die eine Drohne fangen und im Schnee zerlegen. Laut CCTV fliegen die Drohnen in einigen Metern Höhe durch die Luft, um die Großkatzen zur Bewegung anzuspornen und vor der Fettleibigkeit zu „schützen“.

Das amüsant wirkende Video birgt jedoch eine dunkle Geschichte: Der Park wurde schon in der Vergangenheit dafür kritisiert, kein richtiges Schutzgebiet zu sein, sondern eher eine „Tiger-Zuchtfarm“ für den Tourismus, in dem anschließend die Felle verkauft und die Knochen für traditionellen, medizinischen Wein verwendet werden. Diese Art Wein ist in China offiziell schon seit 1993 verboten.

Im Jahr 2014 hat ein Reporter von McClatchy erstmals von den kleinen Käfigen im Tiger Park Bericht erstattet, in denen die Tiger gezwungen wären, in ihren eigenen Exkrementen zu sitzen und zu liegen. Der Touristenattraktionspark wurde außerdem für die besorgniserregende Fettleibigkeit von einem Großteil der Tiger bekannt. Es wird angenommen, dass die Tiere überfüttert werden, weil die Touristen die Tiger am liebsten beim Fressen zusehen. Zur Fütterung werden  Hühner, Ziegen und Kühe in Kipplaster geladen und vor den Tigern lebendig ausgesetzt. Touristen schreien und klatschen zu der Fütterung. News.com bezeichnet das Verfahren als „The Hunger Games of the animal world“.

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Manche argumentieren, dass diese Art der Fütterung die Großkatzen für das Leben in der Wildnis vorbereitet. Doch die Realität ist, dass diese Tiger wahrscheinlich niemals in der sibirischen Wildnis leben werden, da sie in einer zu künstlichen Umgebung aufgewachsen sind, um in der Wildnis zurecht zu kommen. Weiterhin bringt die Touristenattraktion zu viel Geld ein, sodass Park-Inhaber gar nicht auf die Idee kommen würden, die Tiere in die Freiheit zu entlassen.

Der Siberian Tiger Park wurde im Jahr 1996 gebaut und läuft weiterhin unter der Prämisse, die Tiger vor dem Aussterben bewahren zu wollen. Unterdessen bleibt die chinesische Regierung untätig und scheitert daran, wilde Tiere zu schützen. „Chinas Wildtier-Gesetz zeigt viele Probleme auf“, äußerte sich Toby Zhan, ein Forscher für die Animals Asia Foundation, eine gemeinnützige Organisation. „Das Gesetz bestärkt Menschen eher darin, Tiger und andere Tiere zu züchten und ihre Körperteile für den Handel zu nutzen.“

Obwohl auch die öffentliche Meinung in China sich langsam gegen diese Praktiken wendet, kommen weiterhin jeden Tag mehr Busladungen in den Park und erleben den Nervenkitzel, wehrlose Tiere in die Klauen von Tigern geworfen zu sehen. Ein Nervenkitzel mit schwerwiegenden Folgen – für alle beteiligten Lebewesen.

Quellen:

© Peoples Daily

News.com: Inside the gruesome world of the Siberian Tiger Park in China
Life Science: Viral Video of Drone-Hunting Tigers Hides Dark Reality
McClatchy: China’s tiger pakrs under fire from conversationsists