Teurere Stromrechnung: EEG-Umlage steigt wieder

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Energiewende - EEG-Umlage
Energiewende - EEG-Umlage

Die Energiewende wird teurer für uns. Das berichtete jetzt das Nachrichtenmagazin Spiegel Online. So werde die EEG-Umlage ab Mitte Oktober zwar nur moderat, aber dennoch auf ein neues Rekordniveau steigen. Das wäre das erste Mal seit 2014, dass der Zuschlag für die Finanzierung der Energiewende wieder erhöht wird. Die Grünen sagten, es gebe keinen sachlichen Grund für diese Anhebung. Sie vermuten hinter der Erhöhung eine geschickte Wahlkampfstrategie Vizekanzler Gabriels.

Die EEG-Umlage, mit der die deutschen Stromverbraucher den Ausbau der Erneuerbaren Energien über die Stromrechnung mitfinanzieren, ist seit der Einführung kontinuierlich gestiegen. Was mit lediglich 0,2 Eurocent je Kilowattstunde zu Beginn des neuen Jahrtausends seinen Anfang nahm, steigerte sich bis zum Jahr 2014 auf 6,24 Cent/KWh. Dann die Trendwende: Dieses Jahr zahlten wir nur noch 6,17/KWh. Doch mit der Verringerung soll es bereits im kommenden Jahr schon wieder vorbei sein.

Unter Berufung auf mehrere unabhängige Quellen berichtete der Spiegel gestern, die EEG-Umlage soll 2016 erneut angehoben werden – zwar nur geringfügig, dennoch werde ein neues Rekordniveau erreicht. Demnach wird die Ökostromumlage im Jahr 2016 um 0,18 Cent auf 6,35 Cent je Kilowattstunde steigen. Das Ergebnis: Auch unsere Stromrechnung wird 2016 höher ausfallen.

Stromkosten steigen 2016

Ein durchschnittlicher Drei-Personenhaushalt in einem Einfamilienhaus hat einen mittleren Jahresverbrauch von etwa 4.000 Kilowattstunden Strom. Durch die Erhöhung werden 2016 auf das ganze Jahr gerechnet Mehrkosten in Höhe von 7,20 Euro fällig. Insgesamt muss ein solcher Haushalt die Erzeugung von Ökostrom künftig also mit 254 Euro im Jahr subventionieren, statt wie bisher mit rund 247 Euro. Ein Vier-Personen-Haushalt muss dann sogar bis zu elf Euro im Jahr mehr bezahlen. Wie das Vergleichsportal Check24 mitteilte, kostet die EEG-Umlage die deutschen Haushalte kommendes Jahr voraussichtlich 280 Millionen Euro mehr als 2015.

Auch wenn die Erhöhung weitaus moderater ausfällt, als beispielsweise im Jahr 2011 (damals stieg sie von 2,05 Cent/KWh im Jahr 2010 auf 3,53 Cent), kann dennoch darüber spekuliert werden, warum wir 2016 wieder mehr zahlen müssen.

Grund für die Erhöhung unklar

Die Höhe der Ökostromumlage wird jährlich von den Netzbetreibern neu berechnet. Sie setzt sich zusammen aus der Differenz zwischen der Summe der Vergütung, die die Stromkonzerne für die Erzeugung von Erneuerbarer Energie erhalten und dem Preis für diesen Strom an der Strombörse in Leipzig.

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz ist festgelegt, dass die Stromkonzerne dafür entlohnt werden, wenn sie Ökostrom erzeugen. Diese Vergütung haben die Netzbetreiber zu entrichten. War es ein gutes Jahr für die Erneuerbaren – wurde also viel Ökostrom erzeugt – müssen die Netzbetreiber demnach mehr Geld an die Versorger zahlen. Diese Mehrkosten werden anteilig an die Endverbraucher umgelegt. Das Resultat: Die EEG-Umlage steigt.

Auch wenn die Strompreise an der Börse fallen, und die Netzbetreiber dementsprechend weniger Geld mit dem Verkauf von Ökostrom verdienen, wird die EEG-Umlage angepasst – und wir zahlen mehr für unseren Strom. Genau das war 2015 der Fall.

Der Rekordsommer, der rasch voranschreitende Ausbau von Wind und Biomasse und der verbleibende konventionelle Kraftwerkspark haben 2015 zu einem Überangebot an Strom geführt. Das lässt die Börsenpreise fallen. Händler zahlen derzeit nur 2,9 Cent je Kilowattstunde. Dementsprechend weniger verdienen die Netzbetreiber beim Verkauf des Stroms. Eine Erhöhung der Ökostromumlage wäre damit nachvollziehbar.

Es gibt allerdings eine Art Guthabenkonto, von dem die Stromkonzerne für die Erzeugung von Ökostrom bezahlt werden. Dieses ist derzeit mit rund 2,5 Milliarden Euro im Plus – das sind über eine Milliarde mehr als im Vorjahr (1,4 Milliarden). Mit diesem Finanzpolster hätten die Versorger 2016 komfortabel bezahlt werden können. Eine Erhöhung der EEG-Umlage ist damit also gar nicht zwingend notwendig.

So zumindest argumentiert die Opposition. Sie vermutet ein wahltaktisches Manöver hinter dem moderaten Anstieg. Oliver Krischer, Bundestags-Fraktionsvize und Energieexperte der Grünen glaubt laut Spiegel Online, dass Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die EEG-Umlage in diesem Jahr „künstlich nach oben dreht“, damit er sie im kommenden Jahr für das Wahljahr 2017 senken könne. Sachlich begründen ließe sich der Anstieg ihm zufolge nämlich nicht.

Quelle: Spiegel Online / Check24 / Stromsparinitiative / IWR

 

One Response

  1. Karle

    23. Oktober 2016 13:14

    Ich begreife immer noch nicht, dass private Haushalte alleine den Ökostrom stemmen sollen. Stromintensive Betriebe sparen nicht, weil sie sich sonst auch an der Umlage beteiligen müssten.
    Altmeier hatte die einzig richtige Idee: EEG-Umlage abschaffen!

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