Zwei Grad reichen nicht für arktische Eisfläche

Auch bei m Zwei-Grad-Ziel schmilzt die arktische Eisfläche zu weit.
Nur bei maximal 1,5 Grad Erderwärmung besteht die arktische Eisfläche dauerhaft.

Das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens rückt immer weiter in die Ferne. Organisationen appellieren regelmäßig an die Politik, damit diese sich noch mehr für das beschlossene Ziel einsetzt. Doch zwei neue Studien zeigen nun, dass selbst eine Begrenzung der Erderwärmung auf 2 Grad nicht reichen wird. Denn auch in diesem Szenario wird die Eisfläche des Arktischen Ozeans im Sommer alle vier Jahre soweit zurück gehen, dass die Arktis eisfrei sein wird.

Erwärmt sich unser Klima um zwei Grad, bedeutet dies eine große Herausforderung für den Arktischen Ozean. Denn dann würde dort alle vier Jahre so viel Eis schmelzen, dass er „eisfrei“ wäre, die Eisfläche also weniger als eine Million Quadratkilometer groß wäre. Zu diesem Ergebnis kommen nun gleich zwei Studien, die in der Fachzeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlicht wurden. Würde sich das Klima um drei Grad erwärmen, wäre die Arktis laut entsprechendem Klimamodell vermutlich sogar jeden Sommer eisfrei. Erst eine Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad, im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, könnte dieses Szenario abwenden. In diesem Fall wäre der Arktische Ozean nur noch alle 40 Jahre eisfrei. Dass ein Unterschied von „lediglich“ 0,5 Grad solch gravierende Auswirkungen haben könnten, überraschten selbst Alexandra Jahn, Autorin einer der beiden Studien und Forscherin an der Colorado Universität in Boulder.

Eisfläche geht bereits jetzt weit zurück

Eine große Schmelze der Eisfläche im Arktischen Ozean ist jedoch nicht unbedingt etwas neues. Zwar ist die Arktis noch nicht eisfrei, allderings zeigt die Erderwärmung bereits jetzt Folgen. Schon seit einigen Jahren zeigt sich eine eindeutige entsprechende Langzweitentwicklung. Schrumpfte die Eisfläche im letzten arktischen Sommer auf 4,64 Millionen Quadratmeter, waren es 2012 sogar nur noch 3,39 Millionen. Insgesamt ging die Eisfläche im arktischen Sommer so bereits um 40 Prozent zurück. Verwunderlich ist dies nicht: denn schon bei der derzeitigen Erderwärmung ist es an manchen Tagen am Nordpol um circa zehn Grad wärmer, als bei uns in Europa oder Nordamerika.

Quellen: Tagesschau, ORF

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