Wie hoch steigt der Meeresspiegel?

Wie hoch steigt der Meeresspiegel?
Inselstaaten wie die Malediven sind vom ansteigenden Meeresspiegel besonders bedroht.

Wie hoch steigt der Meeresspiegel? Seit Beginn des 20. Jahrhunderts stieg der Meeresspiegel um über 20 Zentimeter an. Forscher und Experten versuchen seit Jahrzenten vorherzusagen, was die Menschheit in der Zukunft erwartet. Dabei ist der Mensch der größte Unsicherheitsfaktor in allen Prognosen. Die Bandbreite der Prognosen liegt zwischen 26 und 98 Zentimetern bis zum Ende des Jahrhunderts. Der Meeresspiegel könnte aber genauso gut auf zwei Meter ansteigen. Eine Studie amerikanischer Wissenschaftler griff nun auf Messungen von Satellitendaten zurück. Sie bilden eine Zeitspanne von 25 Jahren ab.

Gängig zur Berechnung des Meeresspiegelanstiegs sind Modelle, mit denen sich Prognosen ziehen lassen. Die amerikanische Forschungsgruppe griff wiederum auf hochgenaue Messungen des Meeresspiegels zurück. Erdbeobachtungssatelliten wie TOPEX/Poseidon, Jason 1, Jason 2 und Jason 3 sammeln sie seit 25 Jahren. Später ergänzten sie die Messungen um die Daten von Gezeitenstationen rund um den Globus. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts um 65 Zentimeter ansteigt. Das ist ungefähr die Mitte der Vorhersagen des Weltklimarates. Diese lagen bei 26 bis 98 Zentimetern.

„Ein Datensatz beinhaltet sowohl natürliche als auch menschengemachte Veränderungen. Um letztere zu erkennen, müssen also alle natürlichen Effekte wie die Wetterphänomene El Niño und La Niña oder auch Vulkanausbrüche aus den Daten herausgerechnet werden. Was dann übrigbleibt, das ist der menschliche Einfluss auf den Meeresspiegel“, erklärte Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

Menschlicher Einfluss auf den Meeresspiegel

Die Studie bestätigt vor allem, was bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte. Der größte Unsicherheitsfaktor bei den Prognosen zum Anstieg des Meeresspiegels ist der Mensch selbst. So äußerte sich auch Mojib Latif: „Als Außenstehender könnte man natürlich glauben, die Modelle würden so stark streuen, weil sie so schlecht seien. Die größte Unsicherheit kommt aber einfach dadurch zu Stande, dass wir nicht wissen, wie sich die Menschheit in Zukunft verhalten wird. Steigt der CO2-Ausstoß immer schneller – wonach es im Moment ja aussieht – liefern die Modelle viel höhere Werte, als bei massivem Klimaschutz in der Zukunft.“

Verhindern lässt sich ein steigender Meeresspiegel nicht mehr. Aber es wäre möglich, ihn immerhin auf 40 bis 50 Zentimeter bis 2100 zu begrenzen. Dazu müsse man die Anstrengungen im globalen Klimaschutz noch einmal deutlich verstärken. Ohne Klimaschutz allerdings habe man Grenzwerte von einem Meter oder mehr als Konsequenz. Das bedroht dann nicht nur die Existenz von Inselstaaten. Studien der OECD gehen davon aus, dass ein Meter mehr an Meeresspiegel 180 Millionen Menschen zur Flucht ins Landesinnere zwingen und Sachwerte von über einer Billion Dollar zerstören. Wirtschaftliche Folgen und die Schäden durch Sturm und Flutereignisse sind da noch nicht miteingerechnet.

Quelle: Helmholtz-Institut

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