Wie hoch ist der klimatische Einfluss von Metropolen tatsächlich?

New York City

Großstädte weisen ein besonderes Klima auf, das ist allgemein bekannt. Doch dass sie nicht nur ihre unmittelbare Umgebung klimatisch beeinflussen, sondern auch Regionen, die einen halben Erdteil entfernt liegen, beweisen nun neue Klimamodelle.

So haben drei amerikanische Wissenschaftler nun mittels einer Computersimulation den klimatischen Einfluss der 86 größten Ballungsgebiete die auf der Nordhalbkugel liegen, darunter Metropolen wie Moskau, New York oder Tokio, aufzeigen können.

Die Bevölkerung der Megastädte verbraucht pro Quadratmeter etwa mindestens achtmal mehr Energie als der Durchschnitt der Weltbevölkerung. Berücksichtigt wurde bei den Forschungen der Energieverbrauch durch das Heizen von Gebäuden, über die Straßenbeleuchtung bis hin zum Betrieb von Verkehrsmitteln. Durch das Klimamodell ließ sich nun erkennen: Vor allem im Winter verschoben sich die Temperaturen stark, sodass es in Sibirien, an der chinesischen Pazifikküste, der Atlantikküste, den USA sowie weiten Teilen Kanadas bis zu einem Grad Celsius wärmer wurde, in Europa hingegen war eine Abkühlung zu verzeichnen, die Temperatur sank.

Die Ursache hierfür liegt laut der Studie in der Beeinflussung der atmosphärischen Zirkulation und hierbei insbesondere in einer Veränderung des Jetstreams. Der Jetstream als ein Starkwindband der oberen Troposphäre und Stratosphäre bildet sich durch Ausgleichsbewegungen zwischen verschiedenen Temperaturregionen beziehungsweise Hoch- und Tiefdruckgebieten. Die freigesetzte Energie der Städte steigt nun als Wärme nach oben und verändert infolgedessen das Muster des stets nach Osten wehenden Jetstreams. Es verschieben sich nun die gewöhnlichen Hoch- und Tiefdruckgebiete, zwischen denen warme Luft aus dem Süden oder kalte Luft aus der Arktis heranströmt.

Dieser Effekt ist im Winter am stärksten ausgeprägt, da Städte hier wegen der niedrigen Temperaturen wesentlich mehr Energie verbrauchen und damit verstärkt Wärme nach außen abgeben. Auf den globalen Durchschnitt und damit den Klimawandel wirkt sich die Hitze der Metropolen jedoch kaum aus: lediglich um 0,01 Grad wird die globale Durchschnittstemperatur beeinflusst.

Luisa Egenlauf

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