Studie ermittelt mögliche Klimaschutzabkürzung

Emissionen

Die Bemühungen, den Klimawandel doch noch abzuwenden oder wenigstens zu verlangsamen, konzentrieren sich zumeist auf eine Reduzierung der Kohlendioxidemissionen. Dass es jedoch deutlich effektivere und einfacher umsetzbare Klimaschutzmöglichkeiten gibt, ist die durchaus überraschende Erkenntnis aus einer Studie, die ein Team aus 24 Experten rund um den NASA-Klimatologen Drew Shindell in dem Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht hat.

Im Rahmen ihrer Forschungen untersuchten die Forscher etwa 400 verschiedene Maßnahmen zur Reduktion von Klimagasen. Laut Shindell wurden dabei die „praktikabelsten Schritte identifiziert, wie mit bestehender Technologie die Erwärmung erheblich gebremst und gleichzeitig die Luft gesünder gemacht werden kann“.

Interessanterweise konzentrieren sich diese in erster Linie auf die Eindämmung des Ausstoßes von Methan und Ruß. Diese Schadstoffe verbleiben – im Gegensatz zu Kohlendioxid – zwar nur einige Jahre in der Atmosphäre, haben allerdings auch eine deutlich stärker aufheizende Wirkung.

Als verheißungsvollste Maßnahmen zur Eindämmung der Rußemissionen ermittelten die Wissenschaftler unter anderem den Einbau von Abgasfiltern in Dieselfahrzeuge, die Stilllegung von Fahrzeugen mit zu alten Motoren und die Modernisierung von Kochöfen. Der Ausstoß von Methan ließe sich hingegen beispielsweise durch gezieltes Einfangen in der Bergbau-, Öl-, Gas- und Abfallindustrie, das Stopfen von Löchern in Gaspipelines, die häufigere Trockenlegung von Reisplantagen und die Verringerung von Gasen bei der Tierhaltung deutlich eindämmen.

Durch die von den Wissenschaftlern ermittelten Maßnahmen ließe sich der Klimawandel um Jahrzehnte hinauszögern, wie Veerabhadran Ramanathan, Klimaforscher an der Scripps Institution of Oceanography im amerikanischen San Diego und Mitautor der im Science Magazin veröffentlichten Studie, berichtet. Konkret könnte die Erderwärmung bis 2050 um gut ein Drittel geringer ausfallen und bliebe bis zum Ende des 21. Jahrhunderts möglicherweise unter zwei Grad Celsius.

Neben den Auswirkungen auf das Klima, hätte speziell die Emissionsreduktion von Rußpartikeln auch noch positive Effekte auf die Verschmutzung der Luft. Das würde nicht nur die Ernteerträge um bis zu 135 Millionen Tonnen pro Jahr steigern, sondern 0,7 bis 4,7 Millionen Menschen das Leben retten, die jedes Jahr an Atemwegerkrankungen sterben.

Matthias Schaffer

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