Sony entwickelt papierbetriebene Biobatterie

Altpapier

Da mit alternativer Energiegewinnung in Zukunft eine Menge Geld zu verdienen sein wird, investieren viele Konzerne Milliarden in die Entwicklung neuer Möglichkeiten der Stromerzeugung. Ein Beispiel dafür ist der japanische Elektronikkonzern Sony, der sonst nicht unbedingt für Engagement in Sachen Nachhaltigkeit bekannt ist. Nichtsdestotrotz hat das Unternehmen nun eine umweltfreundliche Biobatterie vorgestellt, die ganz ohne giftige Chemikalien und Metalle auskommt, denn sie erzeugt Strom aus Papier.

Die spannende Idee für die technische Funktionsweise des im Dezember 2011 auf der jährlich in Tokyo stattfindenden Messe für umweltfreundliche Produkte „Eco-Products“ präsentierten Prototyps ist nicht ganz neu. Denn Sony stellte bereits im Jahr 2007 eine ähnliche Batterie vor. Die Blaupause war,  wie so oft, die Natur – im konkreten Fall Termiten. Diese ernähren sich von Holz (Cellulose) und verarbeiten es nach dem Fressen mit Hilfe von holzauflösenden Enzymen (Cellulasen) weiter. Ein vergleichbarer Prozess wird von Sony nun auch für die Biobatterie benutzt.

Konkret werden dabei Papierschnipsel und Kartonstücke in eine Cellulasen-Lösung getaucht und so der darin enthaltene Einfachzucker Glukose abgespaltet. Mit Hilfe weiterer Enzyme und zugeführtem Sauerstoff wird die Glukose dann in Wasserstoffionen und Elektronen aufgespaltet, mit denen die Biobatterie dann betrieben wird. Im aktuellen Entwicklungsstadium können mit der so gewonnenen Energie leider erst leistungsschwache elektrische Geräte, wie ein Handventilator, betrieben werden, aber immerhin ist es ein Anfang und zeigt die theoretischen Möglichkeiten dieser – noch in den Kinderschuhen steckenden – Technik auf.

Auf jeden Fall ist die papierbetriebene Biobatterie von Sony ein interessanter Ansatz und für anfallendes Altpapier ein guter Verwendungszweck. Wenn die Batterie weiter entwickelt wird, könnte sie also irgendwann durchaus ihren Platz unter den nachhaltigen Energiegewinnungsmöglichkeiten einnehmen. Angetan von der Innovation zeigte sich auch der britische Greenpeace-Executive-Director John Sauven in einem BBC-Interview: “Ich finde es fantastisch, dass Unternehmen wie Sony sich darum kümmern Energieerzeugung umweltfreundlicher zu machen.”

Matthias Schaffer

1 Kommentar