Schüler bauen für die Umwelt

Seit 1981 fördert die internationale Stiftung für Umwelterziehung (F.E.E.) aktiv die Umweltbildung an Schulen weltweit. Mitgliederorganisationen in 55 Ländern der Erde repräsentieren und führen die Projekte der F.E.E. auf Landesebene durch, wozu unter anderem „die Blaue Flagge“, „der grüne Schlüssel“ oder die „Umweltschule“ zählen. An dem weltweiten Projekt „Umweltschule in Europa/Internationale Agenda 21-Schule“ beteiligen sich etwa 13.000 Schulen aus 31 Ländern.

In Deutschland ist die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung Projektträger der bislang elf beteiligten Bundesländer. Seit 1995 wird das ambitionierte Projekt im Bereich der Umwelterziehung an Schulen ebenso in Niedersachsen über das niedersächsische Kultusministerium angeboten. Angesprochen ist jede Schulform, die innerhalb des zweijährigen Projektzeitraumes ein selbst entwickeltes und funktionierendes Konzept zur besseren Umweltverträglichkeit umsetzt. So strebt das Programm nach einer frühzeitigen Sensibilisierung des Umweltbewusstseins, bei dem die Schüler, aber auch Lehrer, Eltern und Kommunen, aktiv mitmachen und so durch das Vorantreiben ihrer Aktionen zum Nachdenken und Handeln anregen.

Ausgezeichnet mit dem begehrten Gütesigel der „Agenda 21-Schule“ im Projektzeitraum 2007 bis 2009 wurden in Deutschland 142 Schulen. Eine von ihnen, das Gymnasium im Emsländischen Werlte, kann sich bereits nach der erstmaligen Teilnahme an diesem Projekt über die wertvolle Auszeichnung freuen. Mit ihrer mobilen Biogasanlage begeisterten sie die Fachjury und dürfen nun die nächsten zwei Jahre den Titel der internationalen Agenda 21 Schule tragen. Damit passt das entwickelte Konzept perfekt zum Leitmotto der aktiven Schule, denn neben dem Erwachsenwerden und er ausgeprägten Europaorientierung, lernen die Schüler hier auch ein Höchstmaß an Umweltorientierung, um frühzeitig Verantwortung für die Erhaltung der Umwelt zu tragen.

Die Arbeitsgemeinschaft „Biogasanlage“ mit dem Projektleiter und Physiklehrer T. Rieker und seine Schüler konnten dabei ein namhaftes Unternehmen aus der Gemeinde als Kooperationspartner gewinnen, das bei der Beschaffung notwendiger Gerätschaften behilflich war. Gefeilt wird derzeit noch am unterbrechungsfreien Betrieb der mobilen Anlage, um die Störanfälligkeit des Prototyps noch weiter herabzusetzen und ebenso die Wartung zu vereinfachen. Die auf einem Sattelauflieger errichtete Biogasanlage arbeitet nach dem Kuh-Prinzip. Zutaten wie Pflanzenreste, Fette, aber auch Gülle werden zu einer fließfähigen Gärsubstanz vermengt, vorgegoren und so zum Säuern bewegt. So vorbereitet findet der Hauptgärgang durch Methan bildende Bakterien statt. Anders als bei den Wiederkäuern wird das hierbei produzierte Gas jedoch aufgefangen und zur weiteren Nutzung aufbereitet. Was bleibt ist ein gut pflanzenverträglicher Dünger und Biogas, ohne den Klimawandel durch entweichendes Methangas negativ zu beeinflussen.

Judith Schomaker

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