Schulen als Treiber im Klimaschutz

Viele fragen sich, wie wir unseren Mitmenschen die Dringlichkeit des Klimaschutzes am effektivsten vermitteln können. Schulen sind wahrscheinlich mit am geeignetsten dafür. Hilfe für Ideen bietet dabei eine neue Internetseite innerhalb des Programms Aktion Klima!

Schulen als treibende Kraft zum Klimaschutz? Lächerlich! Schüler sollen doch lernen, und haben keine Zeit, sich ablenken zu lassen. Lehrer und Schüler sind durch die Verkürzung der Schulzeit  sowieso schon überfordert, und können keine weiteren Zusätze zum Lehrplan verkraften. Falsch. Und zum Glück sehen das immer mehr Lehrer, Schüler und Ministerien genau so.

Warum sind Schulen denn so wichtig? Dafür gibt es viele gute Gründe:

  1. Schüler müssen zuhören. Das klingt banal, ist aber ein sehr wichtiger Faktor. Wer kommt schon zu Informationsveranstaltungen zum Klimaschutz? Diejenigen, die sich sowieso dafür interessieren. Aber durchgreifende gesellschaftliche Veränderungen können wir nur bewirken, indem wir alle Teile der Bevölkerung erreichen. Das ist an Schulen besonders gut möglich.
  2. Junge Leute sind lernfähiger. Während viele Erwachsene oft sehr versteift an ihrer Meinung festhalten, sind junge Leute sehr viel fähiger, neue Konzepte und Ideen aufzugreifen und weiter zu entwickeln.
  3. Junge Leute haben mehr Spaß und Energie daran, neue Ideen zu entwickeln und auszuprobieren.
  4. Junge Leute haben sehr viel mehr Optimismus und Lebenskraft – und setzen sich daher oft mit sehr viel mehr Überzeugung und oft erfolgreich an scheinbar unmachbare Dinge.
  5. Eltern hören auf ihre Kinder. Während sich Erwachsene ungern etwas von Erwachsenen sagen lassen, lassen sie sich leichter von ihren eigenen Kindern erziehen. Indirekt haben Lehrer daher einen sehr Einfluss auf sehr große Teile der Bevölkerung.

Natürlich gibt es wenig Spielraum im Lehrplan. Den braucht es aber auch gar nicht so sehr. Denn was den Klimawandel so beunruhigend macht – die Tatsache, dass er jeden Bereich unseres Lebens beeinflusst – macht ihn zur idealen fächerübergreifenden Thematik (siehe Grafik 1). Statt den Klimawandel und Klimaschutz separat abzuhandeln, kann man diese Thematiken daher einfach in den existierenden Lehrplan einbauen; damit wird der Klimawandel auch sehr viel relevanter. Zum Beispiel kann man bei der Wahrscheinlichkeitsrechnung in Mathematik auf die Annahmen der Klimamodelle eingehen (und besser verstehen, warum eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe nicht akzeptabel ist). Physik, Chemie, sogar Wirtschaft und Recht können auf einmal spannend werden, wenn die existierenden Thematiken relevanter dargestellt werden. 

Interessant ist, dass die Motivation zum Umdenken zwar vom Wissen angeschoben, beziehungsweise unterstützt wird, aber sehr wahrscheinlich nicht direkt dazu beitragen kann (siehe auch obige Schematik); Wissen alleine führt nicht zu Verhaltenänderungen (siehe auch Artikel über „The Great Transformation“). Gekoppelt mit Spaß ist ein Umdenken sehr viel wahrscheinlicher.

Und woher kommt der Spaß? Entweder von Fächern wie Musik, Kunst, oder Sport, in denen künstlerisch oder spielerisch Aktivitäten zum Klimaschutz zum Umdenken motivieren können. Oder durch Projekte, die in den Lehrplan eingebaut werden, oder separat durchgeführt werden können. Dazu gibt es viele verschiedenen Anregungen, unter anderem hier. Aber der Reichtum an Angeboten macht es schwer, die besten Projekte und Unterrichtsmaterialien herauszufiltern.

Das wird ab heute einfacher. Denn nun gibt es eine Internet-Seite, auf der Lehrer und Schüler sich über Projektideen zum Klimaschutz austauschen können, und verschiedene Ideen selbst bewerten können. Aktion Klima! heißt die Seite, die vom BMU und von Klima sucht Schutz unterstützt wird.

Wer gerne möchte, dass der Klimaschutz sich effektiver in das Bewusstsein unserer Gesellschaft verankert, der täte gut daran, sich spannende Schulprojekte auszudenken, oder die Projektideen anderer umzusetzen. Dabei ist es wesentlich, nicht so sehr die möglichen Katastrophen in den Vordergrund zu stellen, als die einmaligen Chancen die wir im Moment haben, um unser Leben nachhaltig zu verbessern; nicht nur für uns, sondern für alle Menschen auf unserem Planeten.

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