Pilz statt Phosphatdünger

Pilze

In tropischen Böden ist Phosphat schlecht pflanzenverfügbar. Für gute landwirtschaftliche Erträge müssen also große Düngermengen eingesetzt werden. Das geht den Landwirten nicht nur ins Geld, sondern hat auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Der Schweizer Ian Sanders von der Université de Lausanne forscht an einer Alternative: Pilzen.

Mykorrhizapilze leben in Symbiose mit Pflanzenwurzeln und helfen der Pflanze bei der Nährstoffversorgung. Das Pilzgeflecht an den Pflanzenwurzeln wirkt wie eine Verlängerung der Wurzeln. Somit kann die Pflanze Nährstoffe aufnehmen, die für sie mit ihren eigenen Wurzeln nicht verfügbar gewesen wären. Auch in tropischen Böden können diese Pilze Nährstoffe besser aufnehmen, als die Pflanze selbst.

Bisher wurde Mykorrhiza ausgebracht, die in nicht sterilem Milieu produziert wurde. Dadurch ergaben sich eine große Menge nicht erwünschter Mikroorganismen und hohe Transportkosten, um das Bodensubstrat auszubringen. Die Idee des Forschers besteht nun darin, ein spezielles Gel auszubringen, das den Pilz in hohen Konzentrationen enthält.

Die ersten Forschungsergebnisse deuten auf Erfolge hin. Bei Einsatz des Gels ist für gleiche Erträge nur noch weniger als die Hälfte der normalerweise eingesetzten Phosphatdüngermengen nötig. Bisher bezieht sich die Forschung von Ian Sanders auf Kolumbien. Dort arbeitet er mit Prof. Alia Rodriguez-Villate von der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá zusammen. Der Einsatz der Mykorrhizapilze könnte aber in vielen tropischen Ländern Anwendung finden.

Judith Kronberg

1 Kommentar

  • An sich eine gute Idee, aber ich muss sagen, dass ich die Versuche mit “Terra Preta”, der schwarzen Erde aus dem Amazonasbecken, interessanter finde (siehe z.B. http://www.zeit.de/2011/49/Terra-Preta). Zum einen bindet diese Erde zusätzliches Kohlenstoffdioxid und zum anderen können Abfälle und Fäkalien, die ansonsten vernichtet werden, einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden. Außerdem kann Terra Preta von Bauern selbst hergestellt werden, o.g. Pilzgel jedoch wird sicher teuer verkauft werden und steht somit z.B. ärmeren Regionen nicht zur Verfügung.