Moore als Klimakiller

Moor

Moore sind ein Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, bieten Schutz vor Überschwemmungen und sind hervorragende natürliche Kohlenstoffspeicher. Obwohl weltweit gerade einmal drei Prozent der Landoberfläche von Mooren bedeckt sind, beherbergen sie mindestens 550 Gigatonnen Kohlenstoff und somit mehr als 90 Prozent des in der gesamten globalen Vegetation gespeicherten Kohlenstoffs.

Werden diese einzigartigen Landschaften nun von Menschenhand oder durch Dürreperioden trocken gelegt, geben sie das gespeicherte Treibhausgas in die Atmosphäre ab und beschleunigen dadurch den Klimawandel. Da dieser Fakt schon länger bekannt ist, galt es bisher als eine effektive Klimaschutzmaßnahme, Moore wieder zu vernässen und so den Ausstoß der Klimagase zu stoppen.

Doch laut einer in Nature Geoscience veröffentlichten Studie von Nathalie Fenner und Chris Freeman von der Bangor University ist genau diese Wiedervernässung keine Lösung des Problems, sondern verschlimmert es nur noch. Demnach emittieren trockene Moore gerade dann, wenn sie wieder nass werden, massenhaft CO2 und Methan.

Wenn die Feuchtgebiete austrocknen, beginnen Mikroben den Torf zu zersetzen und große Mengen Kohlendioxid werden dabei freigesetzt. In Freilandmessungen und Laborexperimenten entdeckten die Wissenschaftler, dass dieser Prozess nicht – wie bisher angenommen – endet, wenn die Moore wieder nass werden. Durch das Wasser steigt der pH-Wert und neue Nährstoffe werden zugeführt, was zu einem vermehrten Abbau von Pflanzenmaterial und dadurch zum Ausstoß von CO2 und großen Mengen Methan führt. Außerdem schwemmt das Wasser vermehrt Kohlenstoff aus und gefährdet so die Qualität von Grund- und Trinkwasser.

Laut Nathalie Fenner dauert es mindestens ein Jahrzehnt, möglicherweise sogar zwei, bis sich die Prozesse im Moor wieder derart eingespielt haben, dass die Zersetzungsaktivität der Mikroben unterbunden wird. Problematisch ist dies übrigens nicht nur bei der menschlichen Wiedervernässung von Mooren, sondern auch wenn diese – in Folge der Erderwärmung – durch Dürreperioden austrocknen und dann durch Regenfälle wieder nass werden.

Matthias Schaffer

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