Liegt Bayern bald im Regenwald?

Tropischer Regenwald

Der Klimawandel zeigt vielfältige Folgen. Dazu gehört auch, dass sich die Klimazonen unserer Erde verändern. Grob gesagt liegen die einzelnen Klimazonen wie Gürtel um die Erde herum. Die verschiedenen tropischen Klimazonen liegen heute noch in einem Streifen nördlich und südlich des Äquators, doch Forschungen zeigen, dass die tropische Klimazone expandiert – um 0,7 Grad pro Jahrzehnt. Ursache für die Verschiebung ist nach Meinung der Experten das Ozonloch und auf der Nordhalbkugel zusätzlich noch Ruß in der Atmosphäre.

0,7 Grad pro Jahrzehnt klingt nicht viel, doch trotzdem sind bereits jetzt erste Auswirkungen zu spüren. Einen bayerischen Regenwald werden wir aber erst mal nicht bekommen, da eine Vergrößerung des feuchten tropischen Gürtels auch eine Wanderung des trockenen subtropischen Gürtels nach Norden und Süden bedeutet, der bereits im Mittelmeerraum angekommen ist. Dies zeigt sich zum Beispiel daran, dass die asiatische Tigermücke zunehmend auch in Südeuropa anzutreffen ist und mit Ihr das gefährliche Dengue Fieber, das sie überträgt – eine typische Tropenkrankheit.

Mit dem Klima verändert sich das gesamte Leben auf unserem Planeten: Gebiete, die heute noch als Kornkammer gelten, könnten in Zukunft nicht mehr für die traditionelle Landwirtschaft zu gebrauchen sein. Gerade die Ausbreitung der trockenen Regionen könnte zu Nahrungsmittelknappheit und somit zu immer schwereren sozialen Unruhen in der Weltgemeinschaft führen.

Nun ist das Problem seit langem bekannt und die Politik hat auch schon vor Jahren festgestellt, dass genauso in eine Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels investiert werden muss, wie in dessen Eindämmung. Passieren tut dennoch anscheinend wenig. Die Bundesregierung hat 2008 eine Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen, inwieweit diese Strategie aber auch verfolgt wird ist schwer zu beurteilen.

Die Website des Bundesumweltministeriums, wo diese Strategie veröffentlicht wurde, ist an dieser Stelle seit Oktober 2010 nicht mehr aktualisiert worden. Immerhin wurde im August 2011 ein „Aktionsplan Anpassung“ verabschiedet, der die Strategie von 2008 mit spezifischen Aktivitäten unterlegen soll. 2014 soll der Plan evaluiert und fortgeschrieben werden. Erst dann wird wohl auch veröffentlicht, was bisher von den geplanten Aktivitäten umgesetzt worden ist. 

Da es von 2008 bis 2011 gedauert hat, einem Strategiepapier einen solchen Durchführungsplan an die Seite zu stellen, lässt dies jedoch nichts Gutes für die Zeitspanne ahnen, die es noch dauern wird, bis tatsächlich eine (auch in der Öffentlichkeit sichtbare) Aktivität in Angriff genommen wird.

Judith Mantei

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