Kernfusion zur alternativen Energiegewinnung

Der weltweite Energiebedarf steigt, die fossilen Rohstoffe zur Energiegewinnung hingegen nehmen konstant ab. Ein Problem, welches durch alternativ gewonnene Energie in absehbarer Zeit gelöst werden soll. Die Suche nach diesen umweltfreundlichen und effizienten Energiequellen dürfte die wohl größte Herausforderung der Menschheit sein und in Sachen erneuerbare Energien tut sich so einiges. Betrachten wir nur die vielen Fortschritte in den Bereichen der Solarstomgewinnung, Windkraftnutzung, Biomasse oder Erdwärme. Der größte Hoffnungsträger, wenn es um die Produktion alternativer Energie geht, soll laut Physikern jedoch die Kernfusion sein. Seit Jahrzehnten forschen sie unentwegt an funktionierenden Kernfusionskraftwerken und sollte die Technik irgendwann einmal so weit ausgereift sein, dass Kernfusion betrieben werden kann, dann bräuchten wir uns schlagartig keine Gedanken mehr um unser Energievorkommen machen.

Die Geburtsstunde der Kernfusion

Das Funktionsprinzip der Kernfusion haben sich die findigen Forscher von der Sonne abgeschaut, schon lange träumen sie davon, die Kraft der Sonne nachzuahmen und als schier unerschöpfliche Energiequelle auf die Erde zu holen. Sollte dieser Traum irgendwann Wirklichkeit werden, so würde Energie im Überfluss zur Verfügung stehen, noch dazu könnten die zum Betrieb notwendigen Brennstoffe (Wasserstoffisotope) in fast beliebiger Menge aus den Weltmeeren geschöpft werden. Die Idee, die Forschung in Richtung Kernfusion voranzutreiben, wurde im November 1952 geboren, hier explodierte die erste Wasserstoffbombe über dem Pazifik-Atoll und setzte Unmengen an Energie frei. Wissenschaftler tüfteln seither an einer Möglichkeit, diese Energie friedlich zu nutzen – als Energielieferant!

Problematische Nachahmung der Vorgänge in der Sonne

Um die Vorgänge in der Sonne nachzuahmen sind gigantische Temperaturen notwenig, ein Aspekt, welches der Forschung zunehmend Probleme bereitet. Zum einen, weil die Fusionsenergie in den Neutronen steckt und diese in die Stahlwände der Reaktoren eindringt und deren Hülle beschädigt, zum anderen werden kurzfristig riesige Energiemengen benötigt, um überhaupt Kernfusion im Labor zu erschaffen. Noch immer ist es nicht gelungen, weniger Energie einzusetzen, als bei der Fusion wieder herauskommt.

Mammutprojekt eines multinationalen Konsortiums

In Frankreich entsteht derzeit das größte Projekt in Richtung Kernfusionsforschung – der internationale thermonukleare Versuchsreaktor, kurz ITER. Die beteiligten Staaten (EU, Russland, Japan, China, Südkorea, USA) versprechen sich mit diesem Riesenprojekt den Durchbruch, allerdings wird der Reaktor erst im Jahr 2018 stehen und hat bis dahin etliche Milliarden allein an Baukosten verschlungen – das größte Wissenschaftsprojekt, was je unternommen wurde. Der ITER wird unter deutscher Leitung vom Physiker Dr. Norbert Holtkamp betreut und soll Antworten auf die vielen ungeklärten Fragen geben, sodass mittels Kernfusion eines Tages effizient Energie gewonnen werden kann.

Kernfusion wirklich so umweltfreundlich?

Wahrscheinlicher ist wohl, dass hier Gelder in Milliardenhöhe verschwendet werden, denn so umweltfreundlich wie Kernfusion dargestellt wird, ist sie bei Weitem nicht. Zwar entsteht bei der Ernergiegewinnung kein CO2 und auch der Rohstoff Wasserstoff steht reichlich zur Verfügung, dafür wird aber radioaktiver Müll erzeugt. Atommüll ist längst ein Problem unserer Zeit, die Suche nach geeigneten Endlager Diskussionsgrundlage zahlreicher Umweltorganisationen. Hinzu kommt, dass der radioaktive Abfall, der bei der Kernfusion anfällt atomwaffentauglich ist und uns die Technologie nur weitere Probleme bringt.

Die realen Umstände

Die Realität sieht (leider) so aus, dass Milliardengelder in diese Forschungsprojekte fließen und Unmengen an Strom verbraucht werden, nur um vielleicht über Kurz oder Lang einmal brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Denn hierin sind sich die Experten einig: Bis Kernfusion der Energiegewinnung dient, gehen noch etliche Jahrzehnte ins Land. Außerdem zieht diese Art der alternativen Energiegewinnung einen ganzen Rattenschwanz an Problemen hinter sich her. Würde man die horrenden Forschungsgelder in die bereits vorhandenen und erprobten Technologien stecken, wäre der Menschheit sicherlich mehr geholfen.

Judith Schomaker

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