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Ökosysteme müssen sich sputen, wenn sie mit dem Klimawandel mithalten wollen.

Eigentlich ist die Studie von Wissenschaftlern der Carnegie Institute of Science, Climate Central, und der Berkeley Universität, die im Journal Nature publiziert wurde, nichts Neues. Die steigenden Temperaturen bewirken, dass sich die Verbreitungsgebiete von Pflanzen und Tieren langsam aber sicher nach Norden oder bergauf verschieben müssen. Aber eine solche Verschiebung wird weder langsam noch sicher sein.

Im Durchschnitt, so die Studie, werden sich Ökosysteme der Welt um 0,42 Kilometer pro Jahr verschieben.

Der Grund dafür ist, dass Pflanzen und Tiere an einen bestimmten Temperaturbereich angepasst sind. Ändert sich die optimale Temperatur, dann verschiebt sich die Verbreitung einer Art. Dieser Vorgang ist im Prinzip ganz natürlich und hat schon oft im Laufe der Jahrtausende stattgefunden, vor allem durch das Verschieben der Klimazonen in den Eiszeiten. 

Was den Vorgang heutzutage beunruhigend macht sind vor allem zwei Tatsachen:
1. Die Klimaveränderungen sind schneller als je zuvor. Vor allem Pflanzenarten verbreiten sich relativ langsam. Es ist daher zu befürchten, dass viele Arten der rasanten verschiebung der Klimazonen nicht mithalten können.

2.  Viele Ökosysteme existieren nur noch in relativ kleinen Naturschutzgebieten, wie zum Beispiel Moore und Feuchtgebiete. Von solchen Gebieten aus können sich Arten nicht einfach nach Norden ausbreiten, denn dort gibt es möglicherweise kein Habitat in das sie übersiedeln können. Stattdessen stehen dort inzwischen Einkaufszentren, Autobahnen, oder Neubausiedlungen.

Um das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten zu verhindern ist es daher nötig, so schnell wie möglich die Emissionen von Treibhausgasen zu verringern, um die Klimaveränderungen so gering wie möglich zu halten. Außerdem benötigen wir eine sehr viel stärkere Vernetzung existierender Naturschutzgebiete, wie in Natura 2000 geplant, um den Tier- und Pflanzenarten eine Anpassung an die sich ändernden Klimabedingungen zu ermöglichen.

Maiken Winter
Quelle: ScienceDaily

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