Kann Climate Engineering Abhilfe schaffen?

Climate Engineering

Die CO2-Emissionen befinden sich auf einem neuen Rekord und mit ihnen steigen auch die Temperaturen, die Risiken eines Klimawandels verschärfen sich. Ein Wandel der Indistrienationen bezüglich ihres Umgangs mit fossilen Ressourcen scheint nicht in Sicht. Doch auch der CO2-Ausstoß Indiens und Chinas lässt keine Besserung erwarten. Könnte Climate Engineering zu einer Minderung des Klimawandels führen?

Climate Engineering (auch Geo-Engineering genannt) soll die Erwärmung der Erde durch Einsatz verschiedenster technologischer Methoden senken. Hierbei lassen sich zwei Formen unterscheiden: Zum einen die langfristige Bindung des bereits in der Atmosphäre vorhandenen CO2, zum anderen die Reduzierung der Erderwärmung durch Änderung der Strahlungsbilanz der Erde.

Vor allem erstere Methode scheint vielversprechend: Durch die Düngung des Ozeans mit Eisensulfat sollen Algenteppiche entstehen, die CO2aus dem Oberflächenwasser binden und in die Tiefsee tragen, sobald die abgestorbenen Algen zum Meeresboden rieselten. Doch das Verfahren ist umweltpolitisch umstritten und Versuchsergebnisse widersprüchlich. Eine weitere Möglichkeit stellt die „natürliche Düngung“ dar, bei der Tiefenwasser des Ozeans in die oberen Wasserschichten befördert werden soll, was zusätzlich auch noch zur Abkühlung der Wasseroberfläche und des Festlandes beitragen würde.

Für eine dauerhafte Einlagerung von CO2, beispielsweise für Kohlekraftwerke angedacht, wurde die CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) entwickelt, bei der als unterirdische Endlager Salzwasser führende Sandsteinschichten beziehungsweise ehemalige Erdgasfelder vorgesehen sind.

Um die aufgenommene Strahlungsenergie der Erde zu verringern, lassen sich zwei wesentliche Möglichkeiten identifizieren. So könnte die einfallende Sonnenstrahlung durch Reflektoren im Weltall reduziert werden. Diese Reflektoren würden hierbei am sogenannten Lagrange-Punkt zwischen Erde und Sonne befestigt werden, an dem Kräftefreiheit herrscht und dadurch die Position der Reflektoren ohne große Korrekturmanöver gehalten werden kann. Folglich würde nicht in das chemische System der Atmosphäre eingegriffen werden, doch wird die Methode gegenwärtig durch ihren enorm hohen Aufwand als unrealistisch betrachtet. Bei der Aerosol-Methode soll Schwefeldioxid zur Sonnenabschirmung in die Stratosphäre eingebracht werden. Eine andere Variante sieht die Erzeugung von Sprühnebel aus Meerwasser mit Hilfe sogenannter Flettner-Schiffe vor: Die hierbei hergestellten Wolken sollen das Sonnenlicht verstärkt ins All reflektieren.

Es zeigt sich, dass die Technologien des Climate Engineering zwar neue Ansatzmöglichkeiten für eine Klimapolitik aufweisen und daher eine Alternative zu der bisher erfolglosen Reduktion des CO2-Ausstoßes darstellen könnten. Doch sind sie gegenwärtig noch zu unerforscht, die langwierige Wirkung auf das komplexe Klima- und Ökosystem unserer Erde offen. Darüber hinaus würden die ökologischen Folgen des Klimawandels, wie die Versauerung der Meere, nicht behoben werden können. So sollten klimabezogene Geo-Engineering Aktivitäten so lange nicht in Betracht gezogen werden, bis eine angemessene wissenschaftliche Basis besteht, auf der die Risiken für Umwelt und Artenvielfalt und ihre sozialen, ökonomischen und kulturellen Folgen bewertet werden können.

Luisa Egenlauf

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