Kängurus helfen gegen den Klimawandel

14 Prozent der australischen Treibhausgase werden von Kühen und Schafen ausgestoßen. Denn in den Mägen der Wiederkäuer wird beim Zerkleinern der Nahrung durch mikrobielle Gärung das klimaschädliche Methan produziert.

In Kängurumägen dagegen, wo ähnlich wie bei Wiederkäuern die Nahrung mit Hilfe von Bakterien zersetzt wird, entsteht statt Methan hauptsächlich Essigsäure. Dieses Wissen wollen der Wissenschaftler Athol Klieve vom Department of Primary Industries and Fisheries in Queensland und sein Team nun im Kampf gegen den Klimawandel nutzen. Die Forscher versuchen, die verantwortlichen, so genannten acetogenen (Essigsäure bildenden) Bakterien zu isolieren und herauszufinden, warum sie in Kängurumägen den Großteil ausmachen.

Ist dies gelungen, können die Bakterien im Labor gezüchtet und Kühen und Schafen eingeimpft werden. So ließe sich der Methanausstoß von Wiederkäuern laut Klieve um bis zu 80 Prozent reduzieren. Zusätzlich würden die neuen Bakterien einen weiteren Vorteil mit sich bringen: Die Tiere könnten mehr von ihrer Nahrung zersetzen und dabei noch weniger Energie verbrauchen. Sie könnten, so Klieve, zehn bis 15 Prozent mehr Energie aus der Nahrung ziehen und diese vermehrt für die Muskel- und Wollproduktion nutzen. Das wäre nicht nur bei Dürreperioden ein entscheidender Vorteil, sondern würde auch den wirtschaftlichen Gewinn, der aus den Tieren gezogen wird, steigern.

Felicitas Wagner

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