Flugverbot ermöglicht Rückschlüsse auf Umweltauswirkungen des Luftverkehrs

Das nach dem Ausbruch von Eyjafjallajökull in weiten Teilen Europas verhängte, viertägige Flugverbot gibt Wissenschaftlern Gelegenheit, die Umweltauswirkungen des Luftverkehrs zu analysieren. Während die Forscher für ihre Untersuchungen bisher auf Modellrechnungen und Computersimulationen zurückgreifen mussten, liegen ihnen nun genaue Daten vor.

So soll, laut Zeit Online, an den Startbahnen des Frankfurter Flughafens die Schadstoffbelastung durch Stickoxide, Schwefel und Feinstaub während der Zwangspause scheinbar nur minimal gesunken sein. Wer nun allerdings meint, das wäre auf geringe Schadstoffemissionen durch Flugzeuge zurückzuführen, hat weit gefehlt. Offenbar vermischen sich die von Flugzeugen ausgestoßenen Schadstoffe einfach nur schnell mit den in der Umgebungsluft bereits vorhandenen Abgasen.

Ein weiterer Punkt, dem sich die Wissenschaftler noch widmen wollen, ist die Frage, inwiefern der Luftverkehr das Klima beeinflusst. Denn die von den Triebwerken (durch Abgabe von Wasserdampf, Ruß und Feinstaub) produzierten Kondensstreifen stehen im Verdacht, die Bildung von Zirruswolken zu fördern. Diese reflektieren tagsüber das Sonnenlicht, wodurch ein kühlender Effekt eintritt. Nachts lassen sie dagegen die Wärme der Erde nicht entweichen und sorgen so für geringere Temperaturtiefstwerte. Die Forscher erhoffen sich nun Aufschluss über mögliche Zusammenhänge.

In den USA wurden derartige Untersuchungen schon 2001, während des dreitägigen Flugverkehrsstopps nach den Terroranschlägen vom 11. September, durchgeführt. Wissenschaftler kamen damals zu dem Ergebnis, dass durch Flugzeuge verursachte Kondensstreifen die Differenz zwischen der Tageshöchsttemperatur und dem nächtlichen Tiefstwert im Durchschnitt um 1,1 Grad Celsius verringern.

Dieser Trend sei für die meisten Ökosysteme nicht gesund, hieß es damals von Seiten der Wissenschaftler. Fast alle Tier- und Pflanzenarten seien auf bestimmte Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht eingestellt. Vor allem schwächere Arten würden unter der schwindenden Temperaturdifferenz leiden.

Corinna Lang

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