Extremwetter ist eine Folge des Klimawandels

Hochwasser

In Nordamerika wurden zwischen dem 13. und 19. März an über 1.000 Orten historische Wärmerekorde gebrochen. Allein im Jahr 2011 verursachten 14 Extremwetterlagen in den USA Kosten von mehr als einer Milliarde Dollar und die Monate Januar bis Oktober waren in mehreren Bundesstaaten die niederschlagsreichsten seit Beginn der Messungen.

Während Japan im selben Jahr von rekordverdächtigen Regenfällen heimgesucht wurde, herrschte im Becken des chinesischen Jangtse-Flusses Rekord-Trockenheit. Auch für die Jahre davor ergibt sich ein ähnliches Bild: 2010 schwitzte Westrussland in einer Jahrhundert-Hitzewelle, während Australien und Pakistan mit heftigen Niederschlägen überschwemmt wurden. Auf das Jahrhunderthochwasser der Elbe im Jahr 2002 folgte 2003 der heißeste europäische Sommer seit mindestens 500 Jahren. In einer nun veröffentlichten Analyse belegt ein Forscherteam, dass diese Häufung kein Zufall ist, sondern eindeutig in Zusammenhang mit dem Klimawandel steht.

So lässt sich laut Dim Coumou, dem Hauptautor des Artikels, die Erderwärmung zwar als Ursache für Einzelfälle nicht beweisen, „in der Summe aber wird der Zusammenhang mit dem Klimawandel deutlich.“ Das ist laut dem Wissenschaftler „keine Frage von Ja oder Nein, sondern eine Frage von Wahrscheinlichkeiten“ und vergleichbar mit einem Spiel mit gezinkten Würfeln: „Eine Sechs kann es auch so ab und zu mal geben, und man weiß nie, wann das passiert. Aber jetzt gibt es viel öfter die Sechs. Weil wir den Würfel verändert haben.“

Ihre Schlussfolgerungen belegen die Forscher in ihrem Beitrag in der Fachzeitschrift Climate Change gleich dreifach: So führt erstens die Erwärmung der Atmosphäre zu extremerem Wetter, da laut elementarer Physik warme Luft mehr Feuchtigkeit enthalten kann, die dann irgendwann in Form von starken Niederschlägen auf die Erde fällt. Zweitens konnten die Wissenschaftler klare statistische Trends aus den ausgewerteten Daten zu Temperaturen und Niederschlägen filtern. Und drittens bestätigten auch komplexe Computersimulationen die Auswirkungen der Erwärmung auf Temperaturen und Regenfälle.

Deutlich schwieriger nachweisbar ist hingegen der Zusammenhang zwischen der vom Menschen verursachten Erderwärmung und Rekordstürmen, beispielsweise Hurrican Wilma im Jahr 2004. So sollten Taifune oder Hurricans nach aktuellem Wissensstand zwar stärker, aber nicht häufiger werden. Die historischen Daten sind allerdings teilweise zu ungenau und die komplexen Mechanismen noch nicht vollends entschlüsselt. So könnten beispielsweise die immer extremeren Tropenstürme im Nordatlantik 1980 bis 2005 auch an einer Abkühlung der obersten Luftschichten liegen.

Matthias Schaffer

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