Erstes Elektroauto eines Energiekonzerns – der E3

Die EWE, Deutschlands fünftgrößter Energieversorger mit Sitz in Oldenburg und der Cabriospezialist Karmann aus Osnabrück, der zuletzt durch seine Insolvenz auf sich aufmerksam machte, stellen ein neues Elektroauto vor. Dies ist weltweit das erste Auto, das von einem Stromkonzern mitentwickelt wurde.

Der E3 wurde in nur zehn Monaten entwickelt und wird ausschließlich über im Unterboden integrierte Lithium-Ionen-Akkus mit Strom versorgt. Mit 50 PS erreicht das Fahrzeug eine Spitzengeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern. Die aufgeladenen Akkus reichen nach Herstellerangaben im Alltagsbetrieb für eine Strecke von über 150 Kilometern.

Zunächst dient das Fahrzeug hauptsächlich zu Forschungszwecken. Untersucht wird die Integration von Elektrofahrzeugen in das zukünftige Stromnetz. Denn der flächendeckende Einsatz von Elektroautos könnte als riesiger, dezentraler Energiespeicher dienen. Da ein großer Teil des Stroms zunehmend aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarkraftwerken erzeugt wird, ist eine massenhafte Speichertechnologie erforderlich, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Eine Windenergieanlage lässt sich nicht, wie zum Beispiel ein Gaskraftwerk, bei Bedarf zuschalten. Der Strom wird produziert, wenn der Wind bläst. Da dies nicht zwangsläufig in den Hauptverbrauchszeiten geschieht, muss der Strom gespeichert werden. Elektroautos könnten überschüssigen Strom in den Hauptproduktionszeiten speichern und bei Bedarf wieder in das allgemeine Stromnetz einspeisen. Dieses Intelligente Stromnetz ist ein Forschungsschwerpunkt des Projektes.

Eine weitere Frage ist, ob eine zukunftsweisende Elektroautomobilflotte an Ladestationen aufgeladen, oder einfach der Akku ausgetauscht werden soll. Beides ist bei dem E3 möglich, wobei ein volles Aufladen der Akkus knapp drei Stunden in Anspruch nimmt.

Ob der E3 in Serie geht, ist fraglich. Die Forschungen an diesem Fahrzeug tragen jedoch dazu bei, serienreife Elektroautos zu entwickeln, die nicht nur alltagstauglich sind, sondern auch einen elementaren Baustein der zukünftigen Energieversorgung darstellen.

Oliver Hölzinger

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