Erderwärmung schreitet weiter fort

Der Trend zur globalen Erwärmung scheint sich fortzusetzen. 2011 lag die globale Durchschnittstemperatur bei 14,4 Grad Celsius und damit ein halbes Grad über dem langjährigen globalen Durchschnitt. Das Jahr 2010 war bereits das wärmste Jahr seit Beginn der kontinuierlichen Temperaturaufzeichnungen im 19. Jahrhundert.

Die US-Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat Ende Januar ihre Klimadaten für das Jahr 2011 bekannt gegeben. Mit einem globalen Durchschnitt von 14,4 Grad Celsius sei 2011 das elftwärmste Jahr seit Beginn der Temperaturmessungen gewesen. Das Goddard Institut for Space Studies (GISS) der NASA ordnet 2011 als neuntwärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1880 ein. Die Durchschnittstemperatur habe ein halbes Grad über dem Durchschnitt des vorigen Jahrhunderts gelegen, und das trotz einer starken La Niña und einer schwache Sonnenaktivität.

Seit 1976 liegen die Temperaturwerte ausnahmslos über dem globalen Mittel. Die letzten zehn Jahre seit der Jahrtausendwende verzeichnen alle signifikant höhere Temperaturen im Vergleich zu Mitte und Ende des 20. Jahrhunderts; sie befinden sich zudem sämtlich innerhalb der 13 wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn. Besonders die Temperaturen über dem Land sind deutlich gestiegen und lagen um rund 0,8 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel, während es über den Ozeanen 0,4 Grad Celsius waren.

Generell scheint sich die Tendenz eines steigenden Temperaturanstiegs fortzusetzen, obgleich Wissenschaftler aufgrund der natürlichen Variabilität des Klimas nicht davon ausgehen, dass die Temperaturen kontinuierlich Jahr für Jahr weiter steigen. Dennoch sind die jüngsten Entwicklungen beunruhigend. 2011 war nicht nur sehr warm, sondern zudem ausgesprochen niederschlagsreich. Im globalen Mittel war seit Anbeginn der Aufzeichnungen nur noch das Jahr 2010 niederschlagsreicher. 2010 war auch das wärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn überhaupt, und das obwohl die Sonnenleuchtkraft im tiefsten Minimum seit Beginn der Satellitenmessungen in den 70er Jahren gelegen hat.

Die Ursache für die Veränderungen schreiben Wissenschaftler der steigenden Konzentration von Treibhausgasen, vor allem Kohlendioxid in der Atmosphäre zu. Dadurch verstärkt sich der Treibhauseffekt. Mit der Erwärmung steige auch die Verdunstungsrate über dem Meer, was zu häufigeren und heftigeren Niederschlägen führe. Forscher des britischen Met Office erläutern, dass die in den kommenden 90 Jahren erwartete geringe Solaraktivität sich nur geringfügig auf die Oberflächentemperatur der Erde auswirken werde. Der Rückgang der globalen Mitteltemperatur infolge schwächerer Sonnenstrahlung betrage nur 0,08 Grad Celsius. Das sei nicht genug, um den massiven Einfluss der Treibhausgasemissionen auszugleichen.

Josephin Lehnert 

1 Kommentar

  • Danke für den Artikel.

    Die Menschheit hat vieles erlebt in den letzten x00.000 Jahren, das werden wir auch meistern können. Je früher man damit beginnt und je intensiver, desto weniger gravierend werden die Konsequenzen für unsere Kinder und deren Kinder sein.