„Energie = Arbeit“ – Berliner Ausstellung zum Wissenschaftsjahr 2010

Als ich neulich für ein paar Tage in Berlin war, durfte der obligatorische Museumstag natürlich nicht fehlen. Nach der Salvador Dalí-Dauerausstellung am Potsdamer Platz und dem Museum für Kommunikation weckte schließlich noch eine Ausstellung der Stiftung Brandenburger Tor meine Neugier. „Energie = Arbeit“ lautete ihr Titel, der einen komplexen und interessanten Inhalt versprach.

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Mit zahlreichen Bildern, anschaulichen Exponaten, kurz gehaltenen Informationstafeln und interaktiven Stationen verschafft die Ausstellung einen guten Überblick über die abstrakte und zugleich faszinierende Welt der Energie.

100 Watt – die Dauerleistung eines Menschen

Im Ausstellungsbereich 100 Watt – „Was wir leisten“ erfährt der Besucher beispielsweise mehr über den Energiegehalt verschiedener Lebensmittel und seinen eigenen Energieumsatz. Ferner zeugen sonderbar anmutende Fotographien davon, wie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Wissenschaftler, aufgrund der damals herrschenden Nahrungsmittelknappheit, mit großem Aufwand untersuchten, wie viel Nahrungsenergie ein Mensch für die unterschiedlichsten Arbeiten braucht.

An einem Versuchstisch kann jeder selbst messen, wie viel Wärmeenergie sein Körper abgibt, wie viel Energie er durch Bewegung erzeugen kann und welche elektrischen Ströme in seinem Gehirn beim Denken fließen. Die Ergebnisse kann der Besucher dann in seinem, am Eingang ausgehändigten Energiepass festhalten.

6.000 Watt – die genutzte Leistung

In Deutschland nutzt jeder Bürger im Schnitt das 60-fache seiner eigenen Leistung. Der Themenbereich 6.000 Watt – „Was wir verbrauchen“ zeigt, warum der Energiebedarf in unserer modernen Gesellschaft so hoch ist. Zu sehen sind zum Beispiel elektrische Geräte, die unseren Alltag erleichtern. Außerdem hat der Besucher hier die Möglichkeit zu testen, wie viel Energie sein persönlicher Lebensstil erfordert.

2.000 Watt – das Ziel

Im statistischen Durchschnitt steht jedem Menschen weltweit eine Leistung von 2.000 Watt zur Verfügung. Doch die Unterschiede zwischen den Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sind enorm. Im Ausstellungsbereich 2.000 Watt – „Was wir brauchen“ wird der Energieverbrauch verschiedener Länder verglichen und alternative Energiequellen vorgestellt.

Besonders beeindruckend ist hier das Exponat „Smart Grid – ein intelligentes Stromnetz“: An dem interaktiven Tisch können die Besucher verschiedene Szenarien für die Stromversorgung der Zukunft in Deutschland durchspielen. Bei Windstille, Bewölkung und hohem Strombedarf wird Energie aus Wasserkraftpumpspeichern eingespeist oder Strom aus Nordafrika importiert. Wird dagegen hierzulande mehr Energie erzeugt als verbraucht, wird Strom ins Ausland exportiert. Das Mitmach-Exponat basiert auf wissenschaftlichen Studien und demonstriert das Prinzip des intelligenten Stromnetzes anschaulich und nachvollziehbar.

Die Ausstellung befindet sich im Max Liebermann Haus (Pariser Platz 7), direkt neben dem Brandenburger Tor und ist noch bis zum 13. Februar 2011 geöffnet.

Corinna Lang

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