Ein Teufelskreis für das Arktiseis

Arktiseis - Eisschmelze begünstigt Schifffahrt, Schifffahrt begünstigt Eisschmelze
Der Abnehmtrend der Eisfläche in der Arktis ist deutlich.

Nach einem sehr milden Winter hatte das Arktiseis nur noch eine erschreckend kleine Fläche vorzuweisen. Nun wurden neue Zahlen über die aktuelle Größe der Arktis veröffentlicht. Trotz des eher kalten Sommers sind die Folgen des Winters deutlich spürbar. Doch auch wenn die Umwelt leidet: die Schifffahrt profitiert. Der Naturschutzbund Deutschland fürchtet nun die Folgen und ruft die Internationale Schifffahrtsorganisation zum Handeln auf.

Bereits im März berichtete das Cleanenergy-Project darüber, dass die Fläche des Arktiseises zu diesem Zeitpunkt so klein war wie noch nie zuvor zu dieser Jahreszeit. Nun gab das Albert-Wegener-Institut (AWI) in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen und der Universität Hamburg neue Werte über die Eisfläche in der Arktis bekannt. Zwar deuten die aktuellen Zahlen auf keinen neuen Negativrekord hin, dennoch ist die momentane Fläche von 4,7 Millionen Quadratkilometern noch sehr klein. „Wir befinden uns mit dem diesjährigen Wert weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. So ist die jeweils im September gemessene Meereisfläche in den vergangenen elf Jahren geringer gewesen als in allen Jahren davor“, so der Meereisphysiker Marcel Nicolaus vom AWI.

Bis in Jahr 2000 war noch eine Fläche von 6 bis 7 Millionen Quadratkilometern Arktiseis der Normalwert.  „Die Größe der Meereisfläche unterliegt zwar natürlichen Schwankungen, der langfristige abnehmende Trend ist aber eindeutig“, so Lars Kaleschke vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit an der Universität Hamburg. Die Wissenschaftler gehen derzeit nicht davon aus, dass das Eis in den kommenden Jahrzehnten wieder auf eine so große Fläche wie vor rund 20 Jahren anwachsen wird.

Naturschutzbund warnt vor Folgen der Arktiseis Schmelze

Nun warnt der Naturschutzbund NABU vor den Folgen der Eisschmelze. Denn: „Dies ist besonders auch für die Schifffahrt interessant. Die Nordost-Passage entlang der russischen Küste war in diesem Sommer ohne Eisbrecherunterstützung befahrbar. Auch die Nordwest-Passage wurde von vielen Schiffen durchquert“, so Gunnar Spreen vom Institut für Umweltphysik an der Universität Bremen. Der NABU befürchtet nun einen regen Anstieg der Schiffsfahrten über diese Route. Anstatt 24 Tage brauchen die Schiffe so nämlich nur noch 14 Tagen von Asien nach Europa.

Ihre Sorgen sind damit begründet, dass durch das Verbrennen von Schweröl, mit dem die Schiffe angetrieben werden, Ruß freigesetzt wird. Dieser ist neben Kohlenstoffdioxid ebenfalls einer der größten Klimakiller.  Nach dem Verbrennen legt sich der Ruß auf dem Arktiseis is ab und bildet dort einen Grauschleier. Dieser heizt die gesamte Umgebung auf und die Eisschmelze nimmt noch weiter zu. Der NABU plädiert deshalb auf einen Umstieg zu sauberen Kraftstoffalternativen und den verpflichtenden Einsatz von Abgastechniken. Er fordert die Internationale Schifffahrtsorganisation zu einem Schwerölverbot auf, bevor die neue Route boomt.

Quellen: AWI, NABU

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