Ein starkes Trio

Das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) in Aachen arbeitet zusammen mit Projektpartnern aus der Wirtschaft an einem Projekt, das Strom aus regenerativen Energiequellen effizienter nutzbar machen soll.

Wind, Sonne und Biomasse stehen schon länger für die umweltschonende Stromerzeugung zur Verfügung, doch die Abläufe der komplexen Prozesse funktionieren bislang noch nicht reibungslos – die Netzeinspeisung ist unzuverlässig und teuer. Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben Forscher des FIR ein Modell entwickelt, um die Abläufe besser überwachen und zusammenführen zu können. Künftig soll die Produktion von Strom aus Wind-, Solarenergie und Biomasse innerhalb einer Systemplattform zusammengeschlossen und dadurch die Effizienz verbessert werden.

Mit dem Projekt „Eumonis“ werden erstmals die drei Teilbereiche Sonne, Wind und Biomasse ganzheitlich als „Gesamtstromfabrik“ betrachtet. Dem größten Kritikpunkt von Sonne und Wind, die mangelnde Grundlastfähigkeit, soll durch das neue System entgegengewirkt werden. Damit soll Kritikern und Zweiflern der Wind aus den Segeln genommen und die Erneuerbaren konkurrenzfähig gemacht werden. Atom- und Kohlekraftwerke hätte dann nicht mehr die Monopolstellung, wenn es um eine verlässliche und ununterbrochene Versorgung mit Strom geht.

Mit dem multimodalen System des Projekts Eumonis, das in den kommenden vier Jahren die Effizienz der regenerativen Stromquellen erhöhen soll, wollen Forscher eine durchgängige Produktivität und ein Höchstmaß an Wettbewerbsfähigkeit für Strom aus Sonne, Wind und Biomasse erreichen. Künftig soll damit auch dann alternativer Strom ins Netz eingespeist werden können, wenn eine oder mehrere Energiequellen einmal nicht zur Verfügung steht. Durch die komplexe Betrachtung der drei Quellen würde auch dann genügend Strom eingespeist, wenn keine Sonne zu sehen ist oder Windflaute herrscht. Durch das Zurückgreifen auf Geothermie, Wasserkraft oder Biomasse könnten die dann fehlenden Ressourcen direkt ersetzt und die Stromproduktion ausgeglichen werden.

Je mehr Energiequellen auf diese Weise zu einem Gesamtpaket zusammengeschnürt und auf der zentralen Koordinationsplattform vereint werden, desto stabiler und letztendlich konkurrenzfähiger läuft das angedachte System. Gelingt den Wissenschaftlern mit Eumonis dieser Drahtseilakt, so wäre das eine riesiger Chance um Gas, Kohle- und Atomenergie endgültig zu verbannen.

Judith Schomaker

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