Das künstliche Blatt

Pflanzen

Ein Glas Wasser und ein künstliches Blatt genügen, um in Entwicklungsländern das Stromproblem vieler Haushalte zu lösen. Keineswegs ein Szenario aus einem Science Fiction Film, sondern das Ergebnis von Daniel Nocera vom Massachusetts Institute of Technology.

Die Technik, die der Wissenschaftler nutzt ist dabei nicht neu. Schon vor über zehn Jahren wurde das Katalysator-Prinzip, das er sich von der Natur abgeschaut hat, von US-Forscher John Turner als bahnbrechend angesehen – für eine Massenproduktion waren die benötigten Materialien für das künstliche Blatt allerdings zu teuer.

Damals nutzte er Platin, das in Verbindung mit einem Katalysator zur Energiegewinnung eingesetzt wurde. Das Turner Prinzip funktionierte dabei jedoch nur wenige Tage, war danach unbrauchbar und obendrein viel zu kostspielig!

Nocera hat zusammen mit seinem Kollegen jetzt ein anderes Material zum Einsatz gebracht. Es nutzt ebenfalls, wie ein echtes Blatt, Lichtenergie, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. Der so gewonnene Wasserstoff kann dann innerhalb einer Brennstoffzelle gespeichert und als Energieträger verwendet werden. Der Unterschied zu Turners Methode besteht jedoch in dem verwendeten Katalysator, der nicht auf teurem Platin basiert, sondern auf relativ günstigem Nickel und Kobalt. Auch die Leistungsfähigkeit wurde von den beiden Forschern deutlich nach oben hin korrigiert. So soll das neue System ohne Leistungseinbuße mindestens 45 Stunden arbeiten.

Die Überzeugung scheint so groß zu sein, dass Nocera bereits ein Unternehmen gegründet hat, um sein künstliches Blatt in großem Stil zu vermarkten. Ob es letztendlich tatsächlich so günstig hergestellt werden kann, dass sich eine Massenproduktion lohnt, bleibt allerdings abzuwarten.

Judith Schomaker

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