CO2-Emissionen steigen rasant an

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Schon vor vier Jahren äußerten Experten Annahmen, die eine rasante Geschwindigkeit in Bezug auf die Erderwärmung prophezeiten. Jüngst wurde dieses Schreckenszenario durch die aktuellen Zahlen zum Kohlendioxid-Ausstoß noch übertroffen. Das US-Energieministerium veröffentlicht beängstigende Zahlen, aus denen deutlich wird, dass der Ausstoß des gefährlichen Treibhausgases im Jahr 2010 so massiv gestiegen ist, wie nie zuvor.

Der vom IPCC (Zwischenstaatlicher Ausschuss über Klimaveränderunge), besser bekannt als Weltklimarat, im Jahr 2007 veröffentlichte Bericht ging von einer Erwärmung des Klimas von 2,4 bis 6,4 Grad bis zum Jahrhundert-Ende aus. Die wahrscheinlichste Erwärmung sollt bei rund vier Grad liegen. Angesichts der neuen Ergebnisse des MIT (Massachusetts Institut of Technology) hält man die vergangenen Vorhersage für viel zu konservativ. Wahrscheinlicher sei eine Ansiedelung im oberen Temperaturbereich. Annahmen, die lange Zeit von einer Erwärmung von „nur“ zwei Grad ausgingen, sind dagegen nur noch „geschönte Fiktion“.

Im Jahr 2010 wurde sechs Prozent mehr Kohlendioxid in die Luft geblasen, als noch im Jahr 2009. Auch das Rekordjahr des Ausstoßes 2008 wurde im vergangenen Jahr übertroffen. Zwar hatten sich die Emissionszahlen zwischen 2008 und 2009 allgemein etwas erholt, was in der Weltwirtschaftskrise begründet war, aufgrund der Erholung der Weltwirtschaft schnellten die Zahlen dann 2010 massiv in die Höhe. Deutlich stärker, als von Experten erwartet! Angesichts dieses drastischen Aufwärtstrends wird das Ziel, die Klimaerwärmung unter zwei Grad zu halten, immer unwahrscheinlicher.

Hauptverursacher der Emissionen ist dabei die Kohleverbrennung mit einem Anteil von 44 Prozent, dicht gefolgt von der Ölnutzung mit 36 Prozent und immerhin 20 Prozent auf das Erdgas. Je mehr an der Kontrolle der Emissionen geschraubt wird, desto mehr scheinen sie dabei zu wachsen. Den großen Sprung im Jahr 2010 sehen Experten im Ende der Finanzkrise begründet. Durch den Anstieg der Reisebereitschaft und den Produktionszuwachs schnellt der Verbrauch an fossilen Brennstoffen in die Höhe und damit steigt die Luftverschmutzung. Schon im letzten großen Bericht des IPCC 2007 hieß es, dass die Erderwärmung vom Grad der Verschmutzung abhängt. Gerade Länder wie China und Indien, die zusammen mit den USA zu den weltweit größten Treibhausgasproduzenten zählen, freuen sich derzeit über eine schnellwachsende Wirtschaft. Der Preis für das Wirtschaftswachstum, und die damit verbundene Verbesserung der Lebenssituation der Menschen dort, ist ein immenser Kohleverbrauch – dessen Verbrennung gilt als größte Kohlendioxid-Quelle weltweit! Im Jahr 2010 stieg der Ausstoß um beinahe acht Prozent.

Eine zusätzliche Luftverschmutzung, die das Klima belastet und für mehr als die Hälfte des Anstiegs im Jahr 2010 verantwortlich ist! Auch, wenn China die USA in Sachen weltweit größte CO2-Schleuder abgelöst hat, so liegen die Amerikaner im pro-Kopf-Schnitt immer noch an der Spitze. Mit 19 Tonnen CO2 setzt ein durchschnittlicher US-Bürger vier mal so viel CO2 frei, wie ein Chinese. Doch ein Positives hat der aktuelle Bereicht des IPCC dennoch. Die entwickelten Ländern, die im Jahr 1997 das Kyoto-Protokoll zur Treibhausgasreduktion unterzeichnet haben, konnten ihren CO2-Ausstoß im Vergleich zum Jahr 1990 um gut acht Prozent reduzieren. Waren es 1990 noch 60 Prozent, so tragen diese Länder heute noch 50 Prozent am weltweiten Treibhausgasausstoß bei. Die USA hat das Protokoll allerdings nicht unterschrieben, die Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen stecken in einer Sackgasse. Voraussetzung für das ehrgeizige zwei-Grad-Ziel ist aber ein umfassendes internationales Abkommen. Längst ist das Thema nicht mehr, ob sich die schlimmen Prognosen der Wissenschaftler erfüllen! Sie werden sich erfüllen, es bleibt nur zu hoffen, das das, was kommt, die prophezeiten Schreckenszenarien nicht noch übertrifft!

Judith Schomaker

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