Neonikotinoide: Trotzdem neue Chance für Bienen?

Bienen und Neonikotinoide
Auswirkungen der Neonikotinoide bestätigt

Laut einer neuen Studie der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit vom 28. Februar sind die global am meisten verwendeten Insektizide besonders schädlich für Honig- und Wildbienen. Dies geht auf eine neue Einschätzung von wissenschaftlichen Risikobewertern der EU zurück. Für die Studie wurden drei Arten der Neonikotinoide untersucht. Das Risiko für Bienen konnte eindeutig bestätigt werden. Eine schlechte Nachricht oder auch eine neue Chance für unsere Bienen?

Die Studie basiert auf mehr als 1.500 Untersuchungen und erhöht die Chance erheblich, dass Neonikotinoide bald überall in der EU verboten werden. Nächsten Monat stimmen die EU Nationen darüber ab.

Langzeitfolgen der Neonikotinoide

Neonikotinoide sind Nervenkampfstoffe. Sie können das Gedächtnis der Insekten beschädigen und die Anzahl der Königinnen verringern. Der Report der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde zeigt auf, dass das Risiko für die Bienen davon abhängt, welche Getreidesorten sie anfliegen und wie stark sie den Mitteln ausgesetzt sind. Einzigartig an der Studie ist die Menge an Daten, die sehr detaillierte Schlussfolgerungen erlaubt.

Die Risikobewertung wurde von vielen Wissenschaftlern und Umweltschützern begrüßt. „Dies ist eine wichtige Meldung, dass die meisten Neonikotinoide ein Risiko für alle Bienenarten bedeuten“, so Professor Christopher Connolly an der Dundee Universität in Großbritannien. „Das größte Risiko für Bienen kommt daher, dass sie dem Botenstoff chronisch ausgesetzt sind“, erklärt Professor Dave Goulson von der Sussex Universität. „Der Report bestärkt die Dringlichkeit, dass in Zukunft weitere Einschränkungen für Neonikotinoide europaweit eingeführt werden sollten.“

Russisch Roulette für unsere Bienen

„Wir haben viel zu lange russisches Roulette mit der Zukunft unserer Bienen gespielt“, sagt Sandra Bell bei Friends of the Earth. Jetzt sei es Zeit für ein kompromissloseres Verbot. Viele europäische Nationen haben auf diesen Report gewartet, um ihre Entscheidung dementsprechend zu fällen. Dennoch ist es eine Tragödie, dass unsere Bienen, Motten, Schmetterlinge und Fliegen über 15 Jahre lang die Auswirkungen der Toxine ertragen mussten.

Bienen und viele weitere Insekten sind ein wesentlicher Bestandteil unserer globalen Nahrungsproduktion. Drei Viertel aller Getreidearten sind von den Bestäubern abhängig. Demnach ist der Schutz der Bienen und vielen weiteren Bestäubern nicht nur aus Umweltaspekten wichtig, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor.

Quellen
The Guardian
European Food Safety Authority

 

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