Wann explodiert der Ölpreis?

Wann wird Öl zum Luxusgut? Die Preise könnten sehr bald in unabsehbare Höhen schießen, da die Nachfrage nicht mehr bedient werden kann.

Erdöl ist bekanntermaßen ein knapper Rohstoff. Zugleich ist das „schwarze Gold“ der Motor der weltweiten Ökonomien. Insbesondere im Bereich der Mobilität, also als Treibstoff für Autos, Schiffe und Flugzeuge, nimmt es eine überragende Stellung ein. In armen Regionen dient es oftmals zum Betreiben von Stromgeneratoren. Aber was passiert, wenn die weltweite Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann? Und wann wird das sein?

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt die Problematik sehr gut. Um die weltweit ungebremste Nachfrage weiter befriedigen zu können, werden immer schwerer zu erreichende Quellen erschlossen und immer höhere Risiken eingegangen. Dies hat den Effekt, dass die Förderung, und damit auch das Öl teurer werden.

Wenn man den Ölpreis inflationsbereinigt (in Preisen von 2008) betrachtet, schwankte er für ein Barrel Rohöl zwischen 1986 und 2004 recht konstant zwischen 20 und 40 US-Dollar. Danach stieg er jedoch dramatisch auf rund 100 US-Dollar im Jahr 2008. Zwar erholte sich der Preis im Zuge der Finanzkriese, zieht jetzt mit der konjunkturellen Erholung aber erneut deutlich an.

Allerdings müssen wir uns in nicht allzu ferner Zukunft vermutlich noch auf deutlich höhere Preise einstellen. Zu den gestiegenen Förderkosten kommt nämlich hinzu, dass die weltweit maximale Fördermenge bald erreicht sein dürfte. Ab diesem „peak Oil“, also dem Punkt, an dem die täglich geförderte Menge an Öl sinkt, könnten die Preise explodieren. Die absehbare Nachfrage steigt nämlich ungebremst. Da Angebot und Nachfrage zunehmend auseinander klaffen, werden auch die Preise drastisch steigen. Daunter werden, wie so oft, insbesondere die ärmeren Bevölkerungsschichten leiden, die sich den Rohstoff schlichtweg nicht mehr leisten können. Nach Angaben der Britischen Taskforce on Peak Oil and Energy Security (ITPOES) wird dieser Punkt innerhalb der nächsten fünf Jahre erreicht werden.

In dieser Entwicklung sehen wir einen weiteren entscheidenden Grund, die Ökonomien unserer Welt so schnell es geht auf regenerative Energien umzustellen. Neben der Klimakatastrophe droht auch sehr bald die nächste Ölkriese. Mit unabsehbaren Folgen für Ökonomie und sozialen Frieden.

Oliver Hölzinger

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