Verkehr in Deutschland: ab 2035 ohne Öl!

Greenpeace legt Mobilitässzenario vor. Weniger Verkehr = weniger CO2-Emissionen.
Mobilitätsszenario: Verkehrsaufkommen soll bis 2035 deutlich verringert werden.

Der Verkehrssektor in Deutschland kann ab 2035 ohne Öl auskommen. So leistet der Verkehr einen immensen Beitrag zum Klimaschutz und für bessere Luft. In 18 Jahren muss es möglich sein, ohne die klimaschädlichen Verbrennungsmotoren auszukommen. Dazu muss die Bundesregierung den Bahn- und Radverkehr verstärkt ausbauen. Außerdem muss das Angebot von gemeinsam genutzten Elektroautos vergrößert und die entsprechende Infrastruktur verstärkt werden. Das zeigt das am 31. August vorgelegte Mobilitätsszenario des Wuppertal Instituts. In Auftrag gegeben wurde die Studie von Greenpeace.

Den Verkehr von klimaschädlichen Emissionen zu befreien, erfordert eine grundlegende Wende der Mobilität. Das ist das grundsätzliche Postulat der Greenpeace-Studie. Reduzierung des Verkehrsaufkommens, höhere Besteuerung, keine Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren mehr ab 2025 – das sind die zentralen Punkte für eine radikale Wende in der Verkehrspolitik. Nur dann können die Klimaschutzziele erreicht werden. Dadurch sei es möglich bis 2035 komplett auf Öl im deutschen Straßenverkehr zu verzichten.

Der Schlüssel zum Klimaschutz

Das Mobilitätsszenario des Umweltverbandes legt sich auf eine Kernaussage fest: Der Schlüssel zu Klima- und Gesundheitsschutz liegt in einer neuen Ausrichtung der Mobilität. Deutschland braucht eine grundlegende Verkehrswende und das so schnell wie möglich.

„Seit Jahrzehnten versagt die Verkehrspolitik dabei, den Ausstoß von Schadstoffen zu senken“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Die Folge sind alarmierend schlechte Luft in Städten und eine verheerende Klimabilanz. Nur wenn die Bundesregierung heute ein Datum für den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor beschließt, wird der Verkehrssektor morgen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Schon seit Jahren versagt die deutsche Verkehrspolitik beim Thema Klimaschutz. Trotz neuer Technologien und stetiger Beteuerungen von Wirtschaft und Politik emissionsmindernde Technik einzusetzen, steigt der CO2-Ausstoss jährlich an. Inzwischen liegt der Emissionsausstoß wieder mit 166 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2016 über dem Wert von 1990.

Greenpeace‘ Mobilitätsszenario

Um dem entgegen zu wirken entwickelten die Experten des Wuppertal Instituts im Auftrag von Greenpeace ihr Mobilitätsszenario. Zugegebenermaßen erfordert dieses Szenario höchste Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Bis 2035 sollen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor auf Null gesenkt werden. Dazu sieht das Szenario vor, dass die Zahl an Autos bis 2035 massiv sinkt. Von 548 pro 1000 Einwohner im Jahr 2015 auf bloß noch 200 pro 1000 Einwohner. Außerdem fordern die Autoren höhere Zulassungs- und Umlaufsteuern für PKW.

Damit einhergehend müssen sowohl der Rad- als auch der öffentliche Personennahverkehr viel stärker gefördert und ausgebaut werden. Bewohner von Städten sollten erhebliche finanzielle Vorteile genießen, wenn sie ohne Auto auskämen.

Außerdem müssen bis 2035 beinahe ausschließlich Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf deutschen Straßen fahren. Ein Verbund aus öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad- und Fußverkehr und Angeboten wie Carsharing soll so attraktiv gestaltet werden, dass ein großer Teil der Menschen in Deutschland auf den Besitz privater Pkw verzichtet oder das Auto seltener nutzt.

Alternativen zum Auto sollen attraktiver gemacht werden. Die Autoren der Studie wollten eine Halbierung der Autoflotte, keine Halbierung des Verkehrs.

Quelle: Greenpeace