Unbrauchbare Umweltampel für Pkws

Pkw; Foto: Bernd Boscolo (aboutpixel)

Ab 1. Dezember müssen dank der neuen Pkw-Energieverbrauchskennzeichungsverordnung (Pkw-EnVKV) alle Neuwagen mit einem Öko-Label für ihren Spritverbrauch gekennzeichnet werden. Das Prinzip ist ein ähnliches, wie man es bereits von Kühlschränken oder Waschmaschinen kennt und denkbar einfach: Grün bedeutet besonders effizient und somit umweltfreundlich, Gelb mittelmäßig mit der Farbe Rot werden Umweltsünder gekennzeichnet.

Prinzipiell eine gute Idee und demnach müsste das Siegel besonders verbrauchs- und emissionsarme Pkws sehr gut bewerten und große Luxusschlitten – aufgrund ihres deutlich höheren Treibstoffverbrauchs – schlechter. Das kollidiert aber mit wirtschaftlichen Interessen und so hat das Bundeswirtschaftsministerium eine fragwürdige Bewertungsformel entwickelt, die prompt auch vom Bundesrat bestätigt wurde. Demnach wird bei der Beurteilung eines Personenkraftwagen nicht nur dessen CO2-Ausstoß, sondern auch das Fahrzeuggewicht berücksichtigt.

Das Ergebnis ist eine völlig unbrauchbare Umweltampel, die nur innerhalb der eigenen Gewichtsklasse vernünftige Aussagen liefert und schwere Geländewagen wie den Audi Q7 besser abschneiden lässt, als sparsame Kleinwagen. Eine Umweltschutzorganisation hat sogar vorgerechnet, dass nach dieser Formel ein deutlich über 50 Tonnen schwerer Leopard-2-Kampfpanzer die gleiche Kennzeichnung erhält, wie ein VW Golf 1.4.

Hinter dieser fragwürdigen Umsetzung der Umweltampel steckt wohl die Absicht, deutschen Premiumwagen und als SUVs (Sport Utility Vehicle) bekannten Geländewagen möglichst gute Bewertungen zu verschaffen. Diese werfen nämlich deutlich mehr Gewinn ab, als herkömmliche Pkws oder Kleinwagen und sind das stärkste Wachstumssegment auf dem deutschen Automarkt.

So verwundert es auch nicht, dass das Bundeswirtschaftsministerium stur seine Pkw-EnVKV verteidigt. So biete die Kennzeichnung demnach „dem Verbraucher eine echte Hilfestellung bei seiner Kaufentscheidung“ und der so gesteigerte Wettbewerb wirke sich „zugunsten der Umwelt“ aus.

Anders sehen das allerdings die meisten Medien, Autofahrervereinigungen und Umwelt- beziehungsweise Verbraucherschutzorganisationen. Gerd Lottsiepen, der verkehrspolitischer Sprecher des Verkehrsclub Deutschland (VCD), bezeichnet das Label als eine „von der deutschen Autoindustrie mitgeschriebene Mogelpackung“ und im Stern ist gar von der „dümmsten denkbaren Lösung“ die Rede. Der Greenpeace-Autoexperte Wolfgang Lohbeck spricht im Spiegel von einer „Perversion der ursprünglichen Absicht“ und der ADAC kritisiert die Pkw-Energieverbrauchskennzeichungsverordnung als „große Verunsicherung der Autofahrer“.

Matthias Schaffer

6 Bemerkungen

  • Lächerlich .. wer sonst, als unsere Politiker bringt es schon fertig solch seltsame Vorschriften in die Welt zu setzen.
    Anscheinend sind die ‘Vorschriftenentwickler’ mit ihrer Regelungswut nicht zu bremsen. Wer sich konstant weigert, den wahren Gegebenheiten Rechnung zu tragen, kann sehr schnell mit einer äußerst negativen Beurteilung konfrontiert werden. Man darf gespannt sei, wann sich endlich jemand findet, der die Dinge berichtigt.

  • Lächerlich .. wer sonst, als unsere Politiker bringt es schon fertig solch seltsame Vorschriften in die Welt zu setzen.
    Anscheinend sind die ‘Vorschriftenentwickler’ mit ihrer Regelungswut nicht zu bremsen. Wer sich konstant weigert, den wahren Gegebenheiten Rechnung zu tragen, kann sehr schnell mit einer äußerst negativen Beurteilung konfrontiert werden. Man darf gespannt sei, wann sich endlich jemand findet, der die Dinge berichtigt.

  • Die CO2 Ampel ist tatsächlich ein unglücklicher Versuch eine Gewichtung in den CO2 Ausstoß zu bringen.
    Tatsächlich sollte der CO2 Ausstoß nach Gramm pro Personen-kilometer und dies im sogenannten Artemiszyklus erfasst werden.
    Zu unterscheiden sind bei diesem Vortoß zwei Treiber nämlich die Interessensgruppen und die Nachhaltigkeit der Energieversorgung.
    Tatsächlich verdient die Industrie in Deutschland an großen Fahrzeugen mehr als an kleinen. Ein Umstand, der allerdings auch den Mitarbeitern und dem Land selbst zugute kommt. Und Obwohl Kaufverhalten und Werbung uns oft anderes vermuten lassen sind Fahrzeuge weiterhin hauptsächlich Nutzgegenstände, die somit bedarfsgestuert sind. Um bei den durchaus passenden Beispiel des Panzers zu bleiben muss man festhalten, dass 40 Golf nicht den Nutzen eines Panzers erbringen und somit auch dessen Bedarf nicht decken können.
    Somit wird also eine Differenzierung notwendig – ungeachtet der Tatsache, dass sich über den Nutzen eines Panzers oder eines Q7 lange streiten lässt.
    Zuletzt muss diese Differenzierung im Sinne der Nachhaltigkeit unserer Energiequellen verhältnismäßig sein.
    So sehr ich persönlich dazu ermutige sinnvolle Alternativen zu der aktuellen Gesetzlage zu entwickeln, so sehr gebe ich zu bedenken, dass der Pkw Anteil am CO2 Ausstoß in der Größenordnung von 15% liegt. Dieser muss also angegangen werden, allerdings würde selbst dessen Annulierung die Gesamtlage nur mäßig verbessern können.

  • Die CO2 Ampel ist tatsächlich ein unglücklicher Versuch eine Gewichtung in den CO2 Ausstoß zu bringen.
    Tatsächlich sollte der CO2 Ausstoß nach Gramm pro Personen-kilometer und dies im sogenannten Artemiszyklus erfasst werden.
    Zu unterscheiden sind bei diesem Vortoß zwei Treiber nämlich die Interessensgruppen und die Nachhaltigkeit der Energieversorgung.
    Tatsächlich verdient die Industrie in Deutschland an großen Fahrzeugen mehr als an kleinen. Ein Umstand, der allerdings auch den Mitarbeitern und dem Land selbst zugute kommt. Und Obwohl Kaufverhalten und Werbung uns oft anderes vermuten lassen sind Fahrzeuge weiterhin hauptsächlich Nutzgegenstände, die somit bedarfsgestuert sind. Um bei den durchaus passenden Beispiel des Panzers zu bleiben muss man festhalten, dass 40 Golf nicht den Nutzen eines Panzers erbringen und somit auch dessen Bedarf nicht decken können.
    Somit wird also eine Differenzierung notwendig – ungeachtet der Tatsache, dass sich über den Nutzen eines Panzers oder eines Q7 lange streiten lässt.
    Zuletzt muss diese Differenzierung im Sinne der Nachhaltigkeit unserer Energiequellen verhältnismäßig sein.
    So sehr ich persönlich dazu ermutige sinnvolle Alternativen zu der aktuellen Gesetzlage zu entwickeln, so sehr gebe ich zu bedenken, dass der Pkw Anteil am CO2 Ausstoß in der Größenordnung von 15% liegt. Dieser muss also angegangen werden, allerdings würde selbst dessen Annulierung die Gesamtlage nur mäßig verbessern können.

  • Lieber Herr Klein,
    was wollten Sie uns mitteilen? Ihren ersten Satz habe ich vermutlich verstanden, aber danach?
    Ist ein Q7 “umweltfreundlicher” als ein Polo?
    Was hat der “Bedarf” eines Panzers mit dem Enegieverbrauch oder CO2-Ausstoß eines sparsamen Kleinwagens zu tun???

    Wer Pkw-Energieverbrauchskennzeichungsverordnung erlässt, sollte vorher P-InVKV+DV verabschieden.- Sie fragen sich, was das heißt? Politiker-Intelligenz-Vernichtungs-Kennzeichnungs-Verordnung und Durchführungsverordnung… (voraussichtlich 2.456 Seiten lang) 🙂

  • Lieber Herr Klein,
    was wollten Sie uns mitteilen? Ihren ersten Satz habe ich vermutlich verstanden, aber danach?
    Ist ein Q7 “umweltfreundlicher” als ein Polo?
    Was hat der “Bedarf” eines Panzers mit dem Enegieverbrauch oder CO2-Ausstoß eines sparsamen Kleinwagens zu tun???

    Wer Pkw-Energieverbrauchskennzeichungsverordnung erlässt, sollte vorher P-InVKV+DV verabschieden.- Sie fragen sich, was das heißt? Politiker-Intelligenz-Vernichtungs-Kennzeichnungs-Verordnung und Durchführungsverordnung… (voraussichtlich 2.456 Seiten lang) 🙂