Ökomobilität zum Feiern

Autofreie Zone

„One neighborhood, one month, no cars“. Zu deutsch: “Eine Wohngegend, ein Monat, keine Autos”. So das Motto des Festivals für Ökomobilität, das im vergangenen Jahr in Südkorea stattfand. Der Austragungsort für 2015 wird Berlin sein. Was bedeutet das für die Bewohner? Und was sind die Ziele dieses Festivals der ganz besonderen Art?

4.343 Bewohner aus Suwon, 30 km südlich von Seoul, in Südkorea stellten sich im September 2013 der Herausforderung, einen ganzen Monat lang auf die Benützung ihres Autos zu verzichten. Stattdessen stand es ihnen frei, sich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen.

Der Organisator des Festivals ICLEI (International Council for Local Environmental Initiatives) versteht sich als ein weltweiter Verband von Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung einsetzen. Das Festival zur Ökomobilität ist dabei eine Maßnahme, um eine weltweite Gemeinschaft von Kommunen aufzubauen, die durch die Gesamtheit ihrer lokalen Aktivitäten greifbare Verbesserungen der weltweiten Nachhaltigkeit erreichen sollen.

Der Grundidee des Festivals zur Ökomobilität stand zunächst eine Mischung aus Enthusiasmus, Neugierde, Sorgen und Widerstand der Bewohner entgegen. Um nun die Bedenken zu zerstreuen und die Bewohner auf diesen sehr besonderen Monat vorzubereiten, fanden mehrere Workshops statt. So konnte jeder Interessierte Tipps erhalten, welche Fortbewegungsmittel sich neben dem Auto als Alternative eignen. Bis zwei Tage vor Beginn des Festivals änderten tatsächlich 70 Prozent der ursprünglichen Gegner ihre Meinung und unterstützten schließlich das einmonatige Event.

Um das Thema noch populärer zu machen, fanden neben der Konferenz auch Fahrradmärkte statt, Experten hielten Vorträge zur Intermodalität, NGO’s, Unternehmen und Wissenschaftler standen Frage und Antwort und eine Vielzahl von kulturellen Aktionen wurden angestoßen. Das Ergebnis des Projekts und die erzielten Änderungen im Mobilitätsverhalten sollten schließlich in die Stadtpolitik und Stadtplanung von Suwon einfließen.

Im Zuge des Festivals wurden zudem auch einige Pläne der Stadt aus dem Jahre 2012 umgesetzt: Unter anderem wurden Fassaden renoviert und die Infrastruktur ausgebaut, um den Bewohnern das autofreie Leben zu erleichtern und entsprechende Mobilitätsmöglichkeiten trotz Einschränkung anzubieten. Die Bürgersteige wurden auf bis zu drei Meter auf jeder Straßenseite erweitert, der Rest der Straße stand Fahrrädern zur Verfügung.

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Zeitgleich zum Start des Festivals fand ebenfalls der Suwon Kongress statt, in dessen Rahmen die Idee und das Konzept der Ökomobilität vorgestellt und angeregt wurde, dass diese auch nach dem Festival weiter zu entwickeln sei hin zu einer innovativen und zukunftsgerichteten, urbanen Mobilitätskultur.

2015 wird Belin Austragungsort des Festivals für umweltfreundliche Mobilität sein. Man kann gespannt sein, wie sich das Bild des ausgewählten Stadtviertels ändern wird, welche Ausstellungen stattfinden und wie sich der Event auf die zukünftige Städteplanung Berlins auswirken wird. Und das Schöne: Jeder kann teilnehmen, sich informieren und erfahren, was Ökomobilität bedeutet und wie man sie persönlich umsetzen kann.

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